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Was tun gegen Sodbrennen? : Wenn alles hochkommt

  • -Aktualisiert am

Zellen im unteren Teil der Speiseröhre. Bild: Science Photo Library

Mindestens jeder fünfte Mensch leidet unter Sodbrennen, manche behandeln sich jahrelang selbst mit Säureblockern. Doch geht man nicht rechtzeitig zum Arzt, können ernsthafte Krankheiten übersehen werden.

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          So manch einem stößt das Leben sauer auf – aber nicht wegen der aktuellen Corona-Krise. Immer wieder kommt ihnen saurer Mageninhalt in den Mund, und es brennt hinter dem Brustbein. Die Diagnose: Gastroösophageale Refluxkrankheit, Sodbrennen oder Hochfließen von Mageninhalt oder beides. Jeder fünfte Mensch leidet darunter, und womöglich sind es noch einige mehr. Denn manche behandeln sich jahrelang selbst mit rezeptfreien Säureblockern aus der Apotheke. „Viele sehen Reflux als Strafe für ihre ungesunde Lebensweise, und es ist ihnen zu peinlich, zum Arzt zu gehen“, sagt Joachim Labenz, Gastroenterologe in Siegen und Reflux-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. „Das Problem ist aber, dass man so ernsthafte Krankheiten übersehen kann.“

          Fällt das Schlucken schwer oder verursacht es Schmerzen, nimmt man ungewollt Gewicht ab oder ist ungewöhnlich müde, ist eine Magenspiegelung angezeigt – vor allem wenn man älter als 50 ist und die Beschwerden schon länger hat. Manchmal sieht Labenz dann eine chronische Veränderung der Speiseröhren-Schleimhaut, die als Krebsvorstufe gilt. Immer mal wieder findet er auch Krebs. „Die Betroffenen sind natürlich entsetzt, denn viele haben bis auf den Reflux keine Symptome“, sagt er. Leidet jemand dagegen „nur“ unter Sodbrennen und Hochlaufen von Magensaft und ist er jung, also 20 bis 30, braucht er erst einmal keine Magenspiegelung. Denn in der Regel ist die Speiseröhre ansonsten gesund.

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