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Arzneimittel-Studien : Welche Gefahr Kindern durch Medizin für Erwachsene droht

MRT--Aufnahme von Emilies Schädel nach der Aufnahme in der Neurologie. Bild: Privat

Auch Kinder müssen manchmal Medizin nehmen. Weil sie darauf anders reagieren als Erwachsene, müssen viele Medikamente in speziellen Studien getestet werden. Aber sind Arzneien damit sicherer geworden? Daran gibt es große Zweifel.

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          Mit Krankheiten können Kinder oft besser umgehen, heißt es. Da ist etwas dran. Jetzt ist Emilie allerdings schon zwanzig, keine zehn oder fünfzehn mehr, sie studiert Verwaltungsmanagement und hat zwei schwere Hirnerkrankungen. Und alles, was sie über ihre Leiden sagt, klingt noch immer genauso unschuldig, fast trotzig: „Was soll ich mich ärgern, es wird kommen, wie es kommen soll.“ Das waren genau ihre Gedanken damals, versichert sie, nachdem sie auf der Kinderstation im Krankenhaus in ihrem Heimatort zum ersten Mal ihre Diagnose gehört hatte: Multiple Sklerose, die pädiatrische Form. „Klar schluckt man da erst mal, wenn der Neurologe dir ein MRT-Bild zeigt und dir erklärt, das gehört da nicht hin und dies ist nicht in Ordnung in deinem Kopf.“

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Zu siebzig oder achtzig Prozent sei das wohl MS, mit dieser Auskunft verließ die Fünfzehnjährige das Arztzimmer, aber weder sie noch ihre Eltern konnten so wirklich etwas damit anfangen. Emilie dachte zuerst an ALS, in ihrem Ort war jemand daran gestorben, das war für sie noch ein zusätzliches Schreckmoment für sie, aber ein völlig anderes Hirnleiden, und natürlich fragten sich später auch alle: MS, bekommen das nicht eigentlich ältere Menschen?

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