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Sportwissenschaft : Trinken beim Marathon kühlt den Körper nicht

Marathonläufer: Trinken kühlt den Körper nicht zwingend Bild: REUTERS

Marathonläufer müssen beim Wettkampf ausreichend trinken - so lautet die weit verbreitete Meinung. Doch offenbar ist das gar nicht erforderlich. Das belegt nun eine neue Studie.

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          Entgegen einer weit verbreiteten Meinung müssen Marathonläufer offenbar keineswegs ihren Flüssigkeitsverlust während des Rennens so gut wie möglich ersetzen, um damit die Körpertemperatur zu senken und die Leistung zu optimieren.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das ist das Ergebnis einer britischen Untersuchung, bei der erstmals die Körpertemperatur während des Laufs kontinuierlich ermittelt wurde. Chris Byrne von der University of Exeter hatte Teilnehmer eines Halbmarathons in Singapur in der Nacht vor dem Lauf eine Kapsel mit einem temperaturempfindlichen Quarzkristalloszillator schlucken lassen, dessen Frequenz von der Umgebungstemperatur abhängt. Die Läufer verloren bei 25 bis 29 Grad Hitze und 70 bis 90 Prozent relative Luftfeuchtigkeit im Schnitt knapp anderthalb Liter pro Stunde. Bei mehr als der Hälfte stieg die Körpertemperatur auf über vierzig Grad, das heißt um mehr als drei Grad, an.

          Fleißiger Trinker mit höchster Körpertemperatur

          Einige Läufer ersetzten nicht einmal zehn Prozent, andere mehr als siebzig Prozent der ausgeschwitzten Flüssigkeit. Einen Zusammenhang aber zwischen Trinken, Temperatur und Leistung konnte Byrne nicht erkennen. Der Läufer, der am meisten trank und knapp drei Viertel der Flüssigkeit ersetzte, erreichte mit 41,7 Grad sogar die höchste Körpertemperatur. Die Läufer sollten sich während des Laufs nicht mit Gedanken belasten, literweise trinken zu müssen, so Byrne, sondern vorher ausreichend trinken und während der Anstrengung nur dann trinken, wenn sie wirklich Durst haben.

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