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Soziale Dienste in Gefahr : Die seelisch Kranken zählen zu den ersten Verlierern

  • -Aktualisiert am

Die Coronakrise belastet besonders psychisch instabile Menschen. Bild: dpa

Unter den Isolationsmassnahmen leiden besonders psychisch kranke Menschen. Zumal viele private soziale Dienste die Betreuung zur Zeit nur noch sehr eingeschränkt leisten können. Was jetzt dringend zu tun ist. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Alexander Below, 62 Jahre alt, muss einkaufen gehen, doch er fürchtet sich und verlässt nur noch ungern die Wohnung. Herr Below, der seit einem Schlaganfall körperlich eingeschränkt ist, fühlt sich durch die Medienberichte zum Coronavirus, die leeren Straßen und Regale an seine Kindheit erinnert. Die innere Sicherheit war nicht gegeben, die Autonomie eingeschränkt und der Alltag von Unsicherheit und Angst geprägt. „Nun scheint sich all das zu wiederholen. Ich habe Angst, ausgeplündert zu werden – noch mehr als vor einer Infektion“, sagt Herr Below. Durch Hamsterkäufe sind die Regale im Geschäft leer. Nun gibt es nur noch die teureren Produkte, die Herr Below sich mit seiner Erwerbsminderungsrente selbst am Monatsanfang eigentlich nicht leisten kann. Die Tafel, welche er bisher stets besuchte, um seine Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, hat geschlossen.

          Viele Jahre hat Herr Below als Hausmeister gearbeitet, bis es seine Gesundheit nicht mehr zuließ. Wie aus dem Nichts sei er immer wieder mit beängstigenden Bildern aus seiner Kindheit konfrontiert worden. Inzwischen ist klar: Herr Below leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen, einhergehend mit Suizidgedanken. Über seinen Suizidversuch im Alter von zwanzig Jahren habe seine Familie damals nur gelacht.

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