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Angst vor Coronavirus : Vernünftig, nicht hysterisch

Aus China evakuiert: Rückkehrer kommen in Deutschland an. Bild: dpa

Die Angst vor dem Coronavirus geht um: Im Umgang mit der ansteckenden Krankheit haben die hessischen Behörden einen kühlen Kopf bewiesen und gehen mit Transparenz gegen Panikmache vor.

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          Mangelnde Transparenz kann man den hessischen Behörden im Umgang mit dem Coronavirus nicht vorwerfen. Im Gegenteil. Neue Entwicklungen werden sofort öffentlich gemacht und eingeordnet. Grundtenor: „Keine Panik. Alles im Griff.“ Und so ist auch die neueste Nachricht, dass sich unter den Passagieren, die am Samstag aus der chinesischen Stadt Wuhan zurückgekehrt sind, zwei mit dem Coronavirus infizierte Personen befunden haben, nur eine weitere Information in einem großen Puzzle, das es noch zusammenzusetzen gilt. Solange das Gesamtbild sich nicht deutlich abzeichnet, ist weiterhin Vorsicht geboten, nicht aber Hysterie.

          Wie vorsichtig die Behörden mittlerweile agieren, zeigt die richtige Entscheidung, die Heimkehrer aus Wuhan 14 Tage lang unter Quarantäne zu stellen und ihren Gesundheitszustand streng zu beobachten. Noch in der vergangenen Woche war diese Maßnahme von einigen Behörden als „überzogen“ abgelehnt worden. Dass sie überaus sinnvoll, wenn nicht sogar zwingend notwendig ist, macht die aktuelle Entwicklung deutlich. Denn keine der beiden infizierten Personen hat bisher Krankheitssymptome gezeigt. Und doch tragen beide das Virus in sich. Die Quarantäne scheint die einzige wirksame Maßnahme, um eine Ausbreitung des Virus in Deutschland zu verhindern.

          Kritik an der Entscheidung, dass die Passagiere des China-Flugs schon kurz nach der Landung in das Quarantäne-Lager nach Germersheim verlegt worden waren, bevor die Auswertung des Corona-Schnelltests überhaupt vorlag, überzeugt nicht. Die Verantwortlichen haben mit der Verlegung auch höchst menschlich gehandelt. Denn hinter den Heimkehrern, unter ihnen auch viele Kinder, liegen nervenaufreibende Wochen. Die Passagiere länger als unbedingt erforderlich im Medical Assessment Center (MAC) am Flughafen festzuhalten wäre Quälerei. Denn das MAC bleibt, trotz aller Bemühungen, eine karge Turnhalle mit Feldbetten. Ein Ort, der in einem Ausnahmezustand gerechtfertigt wäre, aber kein Ort, an dem Quarantänebedingungen herrschen.

          In der Kaserne in Germersheim gibt es hingegen Einzelzimmer mit Nasszellen – ideal, um Personen zu isolieren, sollte auch nur der kleinste Verdacht auftreten. Die Heimkehrer dorthin zu verlegen und im Bedarfsfall die Situation neu zu bewerten und besonnen zu handeln war und ist der einzig vernünftige Schritt.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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