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Schulmedizin und Pflanzenkunde : Kräuter gegen Diabetes

  • -Aktualisiert am

Kräuterbeet: Ehrenamtliche Gärtner kümmern sich um Pflanzen. Bild: Lakuntza, Nerea

In der ältesten Klinik für Diabetologie, dem Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt, gibt es den „Diabetes-Garten“. Er soll zeigen, dass Schulmedizin und Pflanzenheilkunde durchaus verbunden werden können.

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          Was machen Heilpflanzen in einem Krankenhaus? In der ältesten Klinik für Diabetologie, dem Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt, wachsen gleich 50 solcher Pflanzen. In fünf Beeten angelegt, formen sie den „Diabetes-Garten“, den Autor Hans Lauber zusammen mit dem ehemaligen Chefarzt der Diabetologie des Sachsenhäuser Krankenhauses, Kristian Rett, angelegt hat.

          Bei Hans Lauber wurde 1999 Typ-2- Diabetes diagnostiziert. Daraufhin stellte er sein Leben um: weg vom stressigen Alltag eines Fernseh-Managers hin zu mehr Sport und einer hauptsächlich pflanzlichen Ernährung. Dadurch konnte er seinen Blutzuckerspiegel stabilisieren und kommt heute ohne Medikamente aus. Er ist mittlerweile Experte für Pflanzen, die Diabetes eindämmen können, und hat mehrere Bücher über seine Art, Diabetes zu behandeln, geschrieben.

          Ralf Jung, der 2016 die Leitung des Diabetologie-Zentrums übernommen hat, berichtet, dass das Verhalten eines Patienten bei Diabetes des Typs 2 eine große Rolle spiele. „Wenn es gelingt, gerade am Anfang der Erkrankung den Lebensstil umzustellen und anzupassen, hat man eine gute Chance, lange Zeit ohne Medikamente oder Insulin auszukommen.“ Das Krankenhaus Sachsenhausen behandelt seine Patienten nicht mit den Pflanzen, aber der Garten soll zeigen, dass Schulmedizin und Pflanzenheilkunde durchaus verbunden werden können.

          Bei der diesjährigen Eröffnung des Diabetes-Gartens am Mittwoch erklärt Hans Lauber, auf welche Art die Pflanzen helfen. In den ersten drei Beeten wachsen Pflanzen, die vor den typischen Auslösern von Typ-2-Diabetes schützen: Bei der Gewichtsabnahme sollen zum Beispiel Artischocke und Topinambur helfen, entzündungshemmend wirken unter anderen Holunder, Johannisbeere und Kamille, zum Beispiel als Tee.

          Das Maß ist entscheidend

          Um das Insulin im Körper besser wirken zu lassen, das für einen funktionierenden Stoffwechsel elementar ist, sind Bitterstoffe entscheidend. Diese finden sich zum Beispiel in Brennnessel und Zimt, aber auch im Wein. Das Maß sei dabei natürlich entscheidend: Jung rät von mehr als zwei Gläsern pro Tag ab. Wunden können schneller mit Heidelbeeren und Ringelblumen geheilt werden, und im Beet mit den stimmungsaufhellenden Pflanzen findet sich zum Beispiel Hopfen und Rosmarin.

          Im Sachsenhäuser Krankenhaus ist der wöchentliche Besuch des Gartens ein fester Bestandteil der Diabetes-Schulung für Patienten. Vor allem aber wird der Garten als Rückzugsort geschätzt.

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