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Schützendes Sonnenhormon : Vitamin D bremst Gefäßverkalkung

  • -Aktualisiert am

Sonnenbad am Strand der Fuldaaue in Kassel Bild: dpa

Das „Sonnenhormon“ Vitamin D hat offenbar noch weit bedeutendere Schutzwirkungen als bislang bekannt: Es dockt an Entzündungszellen an und entwickelt so schützende Wirkung vor Diabetes und Arteriosklerose.

          Bei Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet, schützt das knochenstärkende Vitamin D möglicherweise auch vor Arteriosklerose und Typ-2-Diabetes, dem sogenannten Alterszucker. Dafür sprechen zumindest die Erkenntnisse, die Carlos Bernal-Mizrachi von der Washington University in St. Louis und seine Kollegen an Mäusen gewonnen haben. Eine wichtige Rolle als Vermittler spielen demnach die sogenannten Makrophagen – vielseitige Entzündungszellen, die unter anderem Eindringlinge abwehren, Müll beseitigen und Heilungsprozesse in Gang bringen. Wie die meisten Zellen des Körpers verfügen auch die Makrophagen über zelluläre Andockstellen für das „Sonnenhormon“. Werden ihre Vitamin-D-Rezeptoren gezielt ausgeschaltet, was bei Mäusen anhand gentechnischer Tricks möglich ist, verwandeln sich die Makrophagen zu gefährlichen Aggressoren.

          Wie die amerikanischen Forscher im Fachjournal „Cell“ (doi: 10.1016/j.celrep. 2015.02.043) berichten, drangen sie in dem Fall vermehrt in die Leber und die Schlagadern der Tiere ein, luden hier größere Mengen an Cholesterin ab und kurbelten zudem die Produktion von Entzündungsstoffen an. Damit einhergehend kam es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels und einer Insulinresistenz, einer bereits im Vorfeld des Diabetes auftretenden Unempfindlichkeit der Zellen auf Insulin. Darüber hinaus schritt die Arteriosklerose im Zeitraffer voran.

          Behandelten die Wissenschaftler die betreffenden Nager mit Knochenmarkstammzellen von Geschwistertieren, deren Makrophagen über intakte Vitamin-D-Rezeptoren verfügten, normalisierte sich der Blutzuckergehalt, die Insulinresistenz ging zurück und die Arteriosklerose besserte sich. Den Wissenschaftlern zufolge sprechen diese Beobachtungen dafür, dass Vitamin D über seinen Einfluss auf die Makrophagen vor Arteriosklerose und Diabetes schützt. Ob das Gleiche auch für den Menschen zutrifft, müssen nun weitere Untersuchungen klären.

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