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Schlaftraining : Gutes Gedächtnis dank Rosenduft

  • -Aktualisiert am

In kurzen Abständen wird Rosenduft über die Maske zugeführt Bild: Science

Einmal Gelerntes bleibt nicht immer im Gedächtnis hängen. Schnell ist es wieder verschwunden. Forscher haben allerdings herausgefunden: Wer sich in der Tiefschlafphase mit dem richtigen Duft bestäuben lässt, kann sein Wissen dauerhaft verfestigen.

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          Die nächtliche Ruhe täuscht. Denn während man friedlich schlummernd Kraft für den neuen Tag tankt, geht es im Gehirn hoch her. Millionen von Nervenzellen sind aktiv, tauschen Signale aus und stimmen sich dabei zeitlich ab, so dass Wellen von Hirnströmen entstehen.

          Für die Wissenschaft stellt das nächtliche Treiben noch größtenteils ein Rätsel dar. Immerhin hat man aber herausgefunden, dass im Tiefschlaf einzelne Erfahrungen des Tages nochmals aufgerufen werden. Es fanden sich Hinweise auf eine dadurch geförderte Gedächtnisbildung.

          Dass tatsächlich ein solcher Zusammenhang besteht, haben jetzt Forscher um Jan Born und Björn Rasch vom Institut für Neuroendokrinologie der Universität Lübeck nachgewiesen. Hierbei kam auch ein besonderes Gemisch flüchtiger chemischer Substanzen ins Spiel - der Duft von Rosen.

          Am Tag wurde Memory gespielt - um das Gedächtnis zu testen
          Am Tag wurde Memory gespielt - um das Gedächtnis zu testen : Bild: Science

          In der Nacht Duft über eine Maske

          Frisch Gelerntes kann nur dann auf Dauer im Gedächtnis bleiben, wenn die anfangs noch zarten Gedächtnisspuren verfestigt werden. Große Bedeutung kommt dabei dem Hippokampus zu, einer Hirnstruktur, in der die flüchtigen Inhalte des sogenannten deklarativen Gedächtnisses, das Fakten und Episoden umfasst, zunächst gelagert werden. Angeregt durch Hirnströme im Tiefschlaf, wird dieses Wissen reaktiviert und an die Großhirnrinde übermittelt.

          Bekanntermaßen haften Erinnerungen, die mit einem Duft verknüpft sind, fest im Gedächtnis. Sie lassen sich oft durch den entsprechenden Duft wieder abrufen. Das haben die Lübecker Forscher geschickt ausgenutzt. Ihre 18 Probanden sollten sich in einer Variante des Memory-Spiels die Position von Kartenpaaren auf einem Bildschirm einprägen.

          Hierbei atmeten sie den Rosenduft ein. In der darauffolgenden Nacht führte man ihnen während des Tiefschlafes wieder diesen Duft über eine Maske in kurzen Abständen zu. Das bewirkte eine Reaktivierung des Erlernten im Hippokampus, wie auch Untersuchungen mit der Kernspintomographie bestätigten.

          Zwecklos sich in eine Wolke zu hüllen

          Am nächsten Tag konnten sich diese Personen besser an die Karten erinnern als jene, die nichts zu riechen bekommen hatten („Science“, Bd. 315, S. 1426 u. 1360). In einer späteren Schlafphase hatte der Duft keinen Effekt mehr. Wirkungslos blieb er auch, wenn in den Versuchen eine Aufgabe zu lösen war, die Fingerfertigkeit erforderte. Hierbei kommt das sogenannte prozedurale Gedächtnis ins Spiel, und dieses ist nicht mit dem Hippokampus verknüpft.

          Die Ergebnisse könnten zu der Idee anregen, Düfte allgemein als Lernhilfe zu nutzen. Wie aber Born zu bedenken gibt, reicht es nicht, sich die ganze Nacht in eine Wolke zu hüllen, denn das Gehirn stumpft dann gewissermaßen ab. Die Duftsignale müssen gezielt kommen, und zwar während des Tiefschlafes.

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