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Russischer Impfstoff : Der neue Sputnikschock

Der Impfstoff des russischen Gamaleja Forschungszentrums soll in zwei Versionen vorliegen, die unterschiedliche Vektoren nutzen um das Erbgut von Sars-CoV-2 zu transportieren. Bild: EPA

Eine seriöse Studie zum russischen Impfstoff gegen Covid-19 wurde lange vermisst. Kaum ist sie erschienen, werden Zweifel laut: Wurde die Forschungsarbeit manipuliert?

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          Den Hype mag er nicht, sagt Denis Logunov vom russischen Gamaleja Forschungszentrum, der die Entwicklung des Corona-Impfstoffs leitet, gegenüber dem Online-Portal „Meduza“. Es sei auch nicht sein Ziel, der Erste zu sein mit einem weltweit zugelassenen Impfstoff, der vor Covid-19 schützen soll. Und doch verkündete die russische Regierung am 11. August, das Vakzin sei registriert und habe alle notwendigen Kontrollen durchlaufen, Putins Tochter sei bereits geimpft. Dabei steht die klinische Prüfung, in welcher der Stoff an Tausenden Menschen getestet wird, noch aus, und wissenschaftliche Daten wurden auch keine veröffentlicht, Medien und Forscher schimpften, nannten die Aktion einen PR-Coup und forderten eine seriöse Studie. Die ist nun im angesehenen „The Lancet“ erschienen. Prompt folgt der nächste Skandal: Wissenschaftler aus mehreren Ländern monieren in einem offenen Brief, die Studie weise statistische Anomalien auf – damit wäre sie wahrscheinlich manipuliert.

          Johanna Kuroczik

          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sputnik V, das russische Vakzin, ist ein Vektorimpfstoff auf der Basis von Adenoviren. Harmlose Viren schleusen dabei Teile des Erbguts von Sars-CoV-2 in den Körper und regen so idealerweise die Bildung von Antikörpern an, die gegen Covid-19 schützen. Impfstoffe anderer Hersteller funktionieren ähnlich, einige befinden sich bereits in Phase III der klinischen Prüfung, wie im Fall des Kandidats der Pharmafirma AstraZeneca, der nach einer Unterbrechung an rund 50.000 Menschen getestet werden soll.

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