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Robert-Koch-Institut : Warum Männer früher sterben

  • Aktualisiert am

Süchte und Risikoverhalten: Männer trinken mehr Alkohol als Frauen Bild: dpa

Männer leben ungesünder und sterben früher als Frauen, heißt es in einer neuen Analyse des Robert Koch-Instituts. Männer neigen eher zu Süchten und Risikoverhalten und machen nicht ausreichend lange Sport.

          Männer leben im Durchschnitt ungesünder und sterben früher als Frauen. Das geht aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Männer in Deutschland hervor, den die Forscher jetzt in Berlin vorstellten. Vor allem bei den 35- bis 65-jährigen Männern gebe es vermehrt vorzeitige Sterbefälle. „Viele der Todesursachen können auf gesundheitliches Risikoverhalten zurückgeführt werden“, heißt es weiter.

          Trotz eines Rückgangs beim Tabakkonsum rauchen noch immer mehr Männer als Frauen, vor allem in sozial benachteiligten Haushalten.
          Lungenkrebs zählt daher zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen. Jeder dritte Mann trinkt Alkohol in riskantem Ausmaß, und vor allem jüngere Männer konsumieren deutlich häufiger illegale Drogen als Frauen. Weitere Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck häufen sich ebenso bei Männern.

          Männergerechte Maßnahmen

          Die Forscher sehen bei der Gesundheitsvorsorge einen großen
          Handlungsbedarf: „Männer werden durch Präventionsangebote schlechter erreicht und nehmen diese wesentlich seltener in Anspruch als Frauen“, so der Bericht. Das Robert-Koch-Institut rät daher dazu,
          mehr männergerechte Maßnahmen anzubieten.

          Auch Erfolge vermeldet der Bericht: So nehmen viele Männer
          Früherkennungsuntersuchungen bei Darmkrebs wahr; bei Prostatakrebs gibt es hingegen nur eine geringe Teilnahmebereitschaft. Und obwohl zwei Drittel der Männer Sport treiben, ist nur ein Viertel auch ausreichend lang körperlich aktiv.

          Die Lebensform spielt nach den Angaben eine zentrale Rolle.
          Alleinlebende Männer ab dreißig Jahren laufen stärker als in
          Partnerschaftg lebende Geschlechtsgenossen Gefahr, ungesund zu leben und krank zu werden. Sexuelle Funktionsstörungen sehen die Forscher als ernsthaftes und weit verbreitetes Gesundheitsproblem. Männer stecken sich auch häufiger mit sexuell übertragbaren Krankheiten an. Zwar sind sie weniger stark als Frauen von psychischen Störungen betroffen, neigen aber häufiger zu Suchterkrankungen. Männer sind zudem häufiger Täter und Opfer von schweren Gewalthandlungen. Für den Bericht wertete die Gesundheitsberichterstattung am Robert-Koch-Institut in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt Statistiken, Registerdaten und Studien aus.

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