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Pränataldiagnostik : Kinderwunsch, später

Verliebt, verlobt, verheiratet, schwanger - das war einmal. Seit den fünfziger Jahren hat sich da für Mann und Frau und Kind vieles verändert. Bild: Ullstein

Paare planen ihr Familienleben heute anders als die Generation ihrer Eltern – manche verlassen auf die Hilfe der Medizin. Schwangere wollen wissen: Entwickelt sich mein Kind normal? Das birgt auch Gewissenskonflikte.

          7 Min.

          Tausend Dollar sind nicht genug. Will man erfahren, wie es in Europa um die nichtinvasiven Tests der Pränatalmedizin bestellt ist, muss man noch etwas drauflegen für einen detaillierten Marktbericht. Aber vielleicht ist ja interessanter zu wissen, wie sich diese neue Branche bis 2025 weiter entwickelt? Wie steigt die Nachfrage in den Vereinigten Staaten, in China oder Indien? Welche Wachstumspotentiale bestehen weltweit? Selbst für irgendwelche Erbgutanalysen per „Next Generation Sequencing“ scheint es schon Bedarf zu geben. Zumindest geht das aus einem 5000 Dollar teuren Report mit „Global Insights“ hervor. Big Business, zweifellos. Dabei geht es um Schwangerschaften. Also um eine besondere Lebenssituation, die ebenso wundersam wie heikel ist, ein Grund zur Freude, aber manchmal auch ein Fall für die Paragraphen 218 und 219 des deutschen Strafgesetzbuches. Oder ein Fall für die Krankenkassen, wenn sie die Untersuchungen zur Vorsorge bezahlen sollen, was bei den neuen Verfahren jetzt zur Diskussion steht.

          Sonja Kastilan

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als potentielle Kunden solcher Tests werden schwangere Frauen und Eltern gehandelt, die sich um die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes sorgen. Dass sich dessen Gene nun aus ein paar Tropfen Blut der Mutter herauslesen lassen, ist der medizinischen Forschung zu verdanken. Firmen, die darauf basierende, valide Diagnosemethoden entwickeln und auf den Markt bringen, hegen natürlich Geschäftsinteressen, wenn sie Produkte namens Bambini, MaterniT21, Harmony, Verifi, Panorama, den PraenaTest oder einen anderen Test anbieten. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass es sich dabei auch um einen Gewinn für die Pränatalmedizin handelt. Wo früher zum Hörrohr gegriffen wurde, um anhand der Herztöne im Bauch einer Schwangeren festzustellen, ob ihr Baby überhaupt noch lebt, liefern Ultraschallaufnahmen heute erste Bilder oder ganze Filmsequenzen vom Ungeborenen. Die Blutprobe erfasst noch einiges mehr, aber längst nicht alles.

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