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Pandemie-Überwachung : Gefährliche Variationen auf dem Vormarsch

Ob mit Sars-CoV-2 infiziert oder nicht: Die dänische Regierung zwingt Züchter, alle Nerze zu töten. Es ist Dänemarks „Mink-Gate“. Bild: Stine Rasmussen

Nach den „Nerzvarianten“ sorgen jetzt andere Corona-Mutanten für Probleme. Wie lassen sich die Viren und ihre Veränderungen überwachen? Nicht immer ist eine Sequenzierung die beste Strategie.

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          Es musste schnell gehen im November. Und für die Entscheidung, 17 Millionen Nerze töten zu lassen, wird sich die dänische Regierung noch den Fragen einer Untersuchungskommission stellen müssen, während sich die Umweltbehörde hoffentlich bald um die Massengräber kümmert: Tonnenweise Tierkadaver hat niemand gern in seiner Nachbarschaft oder etwa in nächster Nähe zu einem See vergraben. Doch die Sorge galt damals weniger der einheimischen Pelzindustrie oder den ökologischen Folgen dieser Keulung als den Coronaviren aus „Cluster 5“.

          Sonja Kastilan
          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Diese tragen mehrere Mutationen im Genom, vier allein im Gen des Spike-Proteins, das wie ein Schlüssel das Eindringen in Wirtszellen erlaubt, und Nerzfarmen in Dänemark wie auch in den Niederlanden drohten zu einer Brutstätte für potentiell gefährliche Erreger zu werden. Corona war vom Menschen auf den Nerz übergesprungen und in mehreren Fällen offenbar auch wieder zurück; eine neue Variante breitete sich aus. Die Pelztierzucht drohte zu einem unkontrollierbaren Seuchenherd zu werden, zu einer Gefahr für die Gesundheit aller, so die Befürchtung, deshalb fällte man das Todesurteil in Dänemark millionenfach, statt nur einzelne Farmen unter Quarantäne zu stellen wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten.

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