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Ohne tierische Produkte : Ist vegane Ernährung die perfekte Schlankheitskur?

  • -Aktualisiert am
Attila Hildmann bei der Zubereitung von veganem Essen
Attila Hildmann bei der Zubereitung von veganem Essen : Bild: Picture-Alliance

Allerdings wagen sich inzwischen auch Wissenschaftler mit Kritik an dem neuen Trend vor. Hans Hauner vom Institut für Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München beispielsweise macht kein Geheimnis daraus, dass er veganer Ernährung kritisch gegenübersteht. Gleich mit drei Artikeln zum Thema Veganismus, einer Fortbildungsserie für Ärzte, ist Hauner in der deutschen Fachzeitschrift "MMW - Fortschritte der Medizin" vertreten. Darin wertet er das bislang durch Studien zugängliche Wissen über die gesundheitlichen Wirkungen rein pflanzlicher Ernährung aus - und verbirgt nicht, dass er sich über das wachsende Interesse daran wundert. Hauner hält den Trend für einen typischen "Medienhype, der durch handfeste wirtschaftliche Interessen befeuert wird". Vor allem aber bemerkt Hauner nach Auswertung aller zur Verfügung stehenden Publikationen, dass die "vegane Welle bisher weitgehend außerhalb der Medizin und Ernährungswissenschaft" stattfindet. Das heißt: Die Studienlage ist extrem dünn.

Noch im Normbereich

"Stattdessen stehen viele Fragen im Raum", konstatiert Hauner - vor allem, was die vegane Ernährung bestimmter Gruppen betreffe, etwa von Schwangeren und Kleinkindern. Insgesamt seien für alle Veganer kritische Nährstoffe Vitamin B12, Jod und Vitamin D. Jod beispielsweise kommt in pflanzlichen Lebensmitteln nur in geringen Mengen vor – außer in Algen und Seetang. Diese Produkte als Supplemente zu verwenden, gilt aber als riskant, weil der Gehalt schwankt und manchmal wiederum viel zu hoch ist. Hauner empfiehlt Jodtabletten und Vitamin B12-Supplemente. Vitamin D wird teilweise vom Körper selbst hergestellt, aber ansonsten vorwiegend durch fettreiche Fischsorten zugeführt.

Hauner räumt allerdings ein, dass die Vitamin-D-Konzentrationen im Blut in bisherigen Studien bei den untersuchten Veganern noch im Normbereich lagen. „Auch wenn die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen Ernährung unbestritten sind, können bei strikt veganer Kost Sicherheitsbedenken nicht ausgeschlossen werden“, ist Hauners Fazit.

Einige konkrete Tipps gibt die Ernährungswissenschaftlerin Mariana Eberhard in einem dritten Artikel in „MMW-Fortschritte der Medizin“. Wer auf ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren auch ohne Fisch achten wolle, solle beispielsweise Leinöl und Walnüsse konsumieren. Kalzium steckt beispielsweise in Kohlgemüse, mit Kalzium angereicherter Sojamilch und kalziumreichen Mineralwässern. Am wichtigsten sei es, die Vitamin B12-Zufuhr durch Nahrungsergänzungsprodukte sicherzustellen. Zwar könne der Körper Vitamin B12 auch länger speichern. Dennoch solle man die Werte im Blut bestimmen lassen – sicherheitshalber schon nach dem ersten Jahr als Veganer.  

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