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Notfallmedizin in Afrika : „Der Impf-Egoismus wird sich rächen“

Notfallmediziner Tankred Stöbe plädiert für eine globale Impfstrategie, von der auch arme Länder wie Sierra Leone profitieren sollen. Bild: Alexander Davydov

Die Pandemie ist bitterer Lernstoff, auch in Afrika. Ein Gespräch mit Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen, der gerade in Sierra Leone unterwegs ist.

          7 Min.

          Herr Stöbe, Sie waren bereits vor einigen Jahren während der großen Ebola-Pandemie in Sierra Leone. Tausende Menschen starben damals an dem gefährlichen Virus. Mit welchen Gefühlen kehren Sie nun in der Corona-Pandemie in den westafrikanischen Staat zurück?

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Schon die Ankunft war eindrucksvoll. Das lag an dem souveränen Konzept, das hier am Flughafen etabliert wurde. Wie Hunderte Reisende, die gleichzeitig mit der Maschine angekommen sind, freundlich und individuell empfangen wurden. Da wurde erst die Temperatur kontrolliert, dann gefragt, ob die Menschen Covid-Symptome haben. Daraufhin wurden wir zweifach getestet – die Serologie und eine PCR-Testung. Ich kann mich nicht erinnern, je im vergangenen Jahr in einem Land angekommen zu sein, wo eine so umfangreiche wie hochqualitative Testung und Kontaktnachverfolgung stattgefunden hat, um Covid-Fälle rauszuhalten oder eben nachvollziehen zu können. Mir scheint es, dass die Behörden in Sierra Leone das Virusgeschehen ernster nehmen als in Deutschland. Zumindest habe ich das bei meinen wiederholten Rückkehrflügen nach Deutschland so erlebt.

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