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FAZ Plus Artikel Multiple Sklerose : Krankheit mit hundert Masken

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Viele Symptome, eine Krankheit: Menschen mit Multipler Sklerose leiden oft auf verschiedenen Wegen unter der neurologischen Erkrankung. Bild: obs

Gegen Multiple Sklerose gab es noch in den neunziger Jahren keine Therapie. Heute gilt die Krankheit als beherrschbar. Ärzte sprechen von einem der größten Erfolge der Neurologie.

          Wie furchtbar muss das sein: Man fühlt sich schlapp und kraftlos und denkt an eine harmlose Frühjahrsmüdigkeit – doch dann die schreckliche Diagnose: Multiple Sklerose (MS). Viele Symptome sind für Außenstehende nicht zu erkennen. Sie können deshalb viel Unverständnis hervorrufen. Denn kaum ein gesunder Mensch kann sich vorstellen, wie es sein muss, plötzlich doppelt oder verschwommen zu sehen, mit den Fingern nichts mehr tasten zu können, unerklärliche Schmerzen zu spüren oder einfach nur sehr erschöpft zu sein. Eine Krankheit mit hundert Masken.

          Immer steckt eine Fehlsteuerung des Immunsystems hinter ihr. Entstehen bei MS in Hirn und Rückenmark doch verstreut zahlreiche Entzündungsherde. Die Ursache ist unklar. Betroffen sind vor allem junge Menschen, viele davon Frauen. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft beziffert die Zahl der hierzulande Betroffenen auf 240.000. Bei den meisten verläuft die Krankheit in Schüben. Heilen lässt sie sich nicht. „Immer noch denken viele, mit MS lande man früher oder später im Rollstuhl“, sagt Volker Limmroth, Chef-Neurologe am Klinikum Köln-Merheim. „Wir haben in den letzten Jahren aber beachtliche Fortschritte bei der Therapie gemacht, und schwere Verläufe sehen wir nur noch selten.“

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          Hat viele Hoffnungen erfüllt: Interferon-beta

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          Hirn-Scan eines MS-Patienten: Der helle Fleck links zeigt einen entzündeten Entmarkungsherd.

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          Symptome und Geschichte der MS

          – Bei mehr als 80 von 100 Patienten verläuft die MS schubförmig mit Phasen ohne Symptome. Ohne Behandlung geht diese Form binnen 20 Jahren bei jedem zweiten Betroffenen in die nächste MS-Phase über, bei der sich die Symptome weiter verschlechtern.

          – 15 von 100 Patienten haben eine sogenannte primär progrediente MS. Dabei werden die Beschwerden von Anfang an schlimmer, ohne dass man Schübe erkennt.

          – Schon im 14. Jahrhundert soll es erste Beschreibungen von Patienten gegeben haben, die zu MS passen. Aber erst in den 1860er Jahren brachte der französische Neurologe Jean-Martin Charcot die Symptome mit pathologischen Veränderungen in Verbindung.

          – Behandelt wurden Patienten zunächst mit elektrischen Stimulationen, Fleischdiät, Strychnin, Quecksilber oder Malaria-Parasiten.

          – In den 1960er Jahren versuchten Ärzte, das fehlregulierte Immunsystem mit Kortison zu unterdrücken. 1993 wurde mit Interferon-beta in den Vereinigten Staaten das erste wirksame Medikament gegen MS zugelassen.