https://www.faz.net/-gwz-87rin
 

Neurologie : Alzheimer und der Verdacht

  • -Aktualisiert am

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Alzheimer oder anderen Formen der Demenz. Bild: dpa

Sollten Alzheimer und andere Hirnerkrankungen durch ansteckende Prionen ausgelöst werden, hätte das unabsehbare Folgen. Ein Kommentar.

          Ist Demenz ansteckend? Oder Schüttellähmung? Der Verdacht ist nicht neu. Denn es gibt ähnliche Hirnleiden, die übertragen werden können. Zum Beispiel die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD). Man hat sie bei Patienten gefunden, denen Hirnhaut oder Augenhornhaut übertragen worden war. Nach dem Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch gab es weitere Fälle. Menschen, die in ihrer Kindheit Wachstumshormone erhielten, die bis 1985 aus dem Hirn Verstorbener gewonnen wurden, tragen ebenfalls ein Risiko, an Creutzfeld-Jacob zu erkranken. Bei dem Erreger handelt es weder um ein Virus noch um irgendeinen anderen klassichen Keim, sondern um infektiöse Eiweißstoffe, sogenannte Prionen, die das Gehirn auf rätselhafte Weise in einen löchrigen Schwamm verwandeln.

          Der britische Neurologe John Collinge leitet ein Team von Experten, das jetzt die Hirne von acht Patienten untersucht hat, die an der unheilbaren Krankheit gestorben waren. Sie stießen dabei nicht nur auf typische Spuren von CJD, sondern fanden obendrein Hinweise auf die sehr viel häufigere Alzheimer-Demenz. Sollten diese und andere degenerative Hirnerkrankungen wie beispielsweise Parkinson ebenfalls durch ansteckende Prionen ausgelöst werden, hätte das unabsehbare Folgen.

          John Collinge und ein weiteres Mitglied der Forschergruppe besitzen Anteile an einer Firma, die Produkte herstellt, die sich gegen BSE und Creutzfeld-Jacob richten. Man könnte ihnen unterstellen, von finanziellen Interessen geleitet zu sein. Aber wenn an diesem Verdacht - der im übrigen durch zahlreiche Tierexperimente unterstützt wird - irgendetwas dran sein sollte, spielt das keine Rolle mehr.

          Weitere Themen

          Schutz für seltene Riesen Video-Seite öffnen

          Waldelefanten in Nigeria : Schutz für seltene Riesen

          Der Waldelefant, eine Art aus der Gattung der Afrikanischen Elefanten, ist in Nigeria vom Aussterben bedroht. Ranger versuchen, die Tiere zu schützen. Allerdings müssen auch die Bauern bei der Landwirtschaft unterstützt werden - ein Balanceakt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.