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Neu veröffentlichte Fotos : Einsteins Gehirn war nicht kugelförmig und „sehr ungewöhnlich“

Einsteins Vorderhirn: Der praefrontale Kortex - der Frontallappen der Großhirnrinde - war bei dem Forscher stark ausgeprägt. Bild: National Museum of Health and Medicine

Auf 14 bisher unveröffentlichten Fotografien aus dem Jahre 1955 sieht man Einsteins frisch entnommenes Gehirn: Neuroanatomen haben die Bilder ausgewertet.

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          So hat man Albert Einsteins Gehirn noch nie gesehen: Auf 14 bisher unveröffentlichten Schwarzweiß-Fotografien, die der Pathologe Thomas Harvey unmittelbar nach dem Tod des 76-jährigen Physikers am 18. April 1955 mit einer „Exakta“ (33 mm) aufgenommen und später beschriftet hat, wird das Großhirn des Genies aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeigt. Die Aufnahmen wurden hergestellt, bevor Harvey das Gehirn grob kartierte und in 240 einzelne Gewebeblöcke aufteilte, von denen heute die meisten an der Princeton-Universität aufbewahrt werden.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          In der Zeitschrift „Brain“ ist nun die Analyse der vor zwei Jahren ans amerikanische National Museum of Health and Medicine in Silver Springs gelangten Hirnfotos von Neuroanatomen veröffentlicht worden. Dean Falk, Frederick Lepore und Adrianne Noe kommen zu dem Schluss, dass Einsteins Gehirn, verglichen mit 85 anderen Menschen, groß war. Das nach dem Tod ermittelte Gewicht von 1230 Gramm entspricht einem Lebendgewicht als Erwachsener von 1352 Gramm. Anders als oft behauptet, war Einsteins Gehirn nicht kugelförmig.

          Albert Einstein, Vater der Relativitätstheorie und einer der größten Denker des letzten Jahrhunderts starb am 18. April 1955 an einem gerissenen Gefäß.
          Albert Einstein, Vater der Relativitätstheorie und einer der größten Denker des letzten Jahrhunderts starb am 18. April 1955 an einem gerissenen Gefäß. : Bild: AP

          Hervorstechend war sein Vorderhirn. Vor allem der Stirnlappen der rechten Seite und der Hinterhauptlappen der linken Seite waren stark ausgeprägt.Neben einer „Beule“ im rechten Motorkortex, die vom frühen Geigenüben herrührte, sind es vergrößerte Areale auf der rechten und der linken Seite des Schläfenlappens, die offensichtlich von Einsteins außergewöhnlichem mathematischen und visuell-räumlichen Abstraktionsvermögen zeugen. Auch die Regionen im linken Kortex, die Nervenstränge aus dem Gesicht empfangen, sowie die motorischen Areale, welche Einsteins - legendäre - Zunge und Mimik steuern, sind stark ausgebildet. Fazit der Forscher: „Die Gestalt einiger Teile von Einsteins Gehirn ist schon sehr ungewöhnlich.“

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