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Narben-Forschung : Heilung ohne Makel?

Die Knie des achtfachen Olympiasiegers Usain Bolt haben schon einiges mitgemacht. Bild: AFP

Manche Wundmale sind bloße Erinnerungen, andere entstellen oder wuchern krankhaft. Dagegen gibt es wirksame Mittel. Doch Mediziner und Forscher suchen nach einem Weg, Verletzungen spurlos genesen zu lassen.

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          Wenn jede Narbe eine Geschichte erzählt, könnten Usain Bolts Knie sicherlich einiges berichten, etwa Stürze auf der Tartanbahn und Laufverletzungen bezeugen. Fast jeder Mensch findet auf seiner Haut die Spur des einen oder anderen Missgeschicks oder wie John Steinbeck schrieb: „Am Leben zu sein heißt, Narben zu tragen.“ Narben können das Leben aber auch unerträglich machen. Wuchern sie wild, sind sie brüchig und führen zu chronischen Verletzungen. Für Menschen, deren Körper großflächig mit Wunden überzogen sind, beispielsweise nach Verbrennungen, können die Narben regelrecht zum Gefängnis werden, schmerzen und Bewegungen extrem einschränken. Mediziner kennen bereits einige Kniffe, um diese Male zu verkleinern oder das harte Gewebe zu erweichen. Wissenschaftler träumen jedoch von einer Welt ganz ohne Narben und suchen nach dem Geheimnis, wie Wunden heilen können, ohne Spuren zu hinterlassen.

          Johanna Kuroczik

          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer mit dem Finger über die Relikte eines Fahrradunfalls oder eines Kaiserschnitts streift, der spürt sofort: Narben haben mit gesunder Haut wenig gemein. „Narben sind immer minderwertiges Ersatzgewebe“, erklärt Jan Esters, plastischer Chirurg am St.-Marien-Hospital Lüdinghausen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung. Die Haut besteht aus vielen Schichten. Ganz außen liegt die Oberhaut, die Epidermis, darunter befindet sich die dickere Lederhaut, Dermis genannt. Unsere äußere Hülle regeneriert sich ständig, oberflächliche Risse können restlos verheilen. „Wenn die Wunde tief ist und auch das Fettgewebe unter der Dermis betroffen ist“, sagt Esters, „gibt es Narben.“

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