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Mutierte Gene von Sars-CoV-2 : Wohin driftet die Pandemie?

Eine menschliche Zelle (grün) ist mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 (violett) infiziert. Die Probe wurde von einem Patienten in den Vereinigten Staaten isoliert. Bild: dpa

Das neue Coronavirus breitet sich weiter aus und hinterlässt dabei genetische Spuren. Tausende Viren-Genome sind schon entschlüsselt. Nicht jede neue Mutation sollte uns kümmern, doch Impfstoffforscher müssen genau hinsehen.

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          Wissen wir genug? Oder ist es doch noch zu früh, die schärfsten Waffen für die Eindämmung von Sars-CoV-2 – Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen – weiter zu lockern? Für die Politik heißt es: Handeln in Unsicherheit. Aber es bedeutet auch leben in Unsicherheit – für alle. Zu den markanten Phänomenen dieser laufenden Pandemie gehört einerseits, wie viel Wissen man über ein neues Virus in kürzester Zeit anhäufen kann. Virus und Wissen vermehren sich rasend schnell. Und jeden Tag wird dazugelernt. Doch virologisches und epidemiologisches Wissen, auch das lernt man in diesen Tagen, schmälert andererseits die Unsicherheit nicht entscheidend.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das lässt sich besonders schön an dem horrenden Wissen über den Organismus selbst – das Sars-CoV-2-Virus – verdeutlichen. Molekularbiologen und Genforscher generieren es in nie dagewesener Gemeinschaftsarbeit und stellen es öffentlich zur Verfügung. Jeden Tag bekommt das Bild schärfere Konturen. Doch was bringt die Flut an genetischen Einsichten, die uns über den weiteren Verlauf, über die vom Virus verursachte Covid-19-Krankheit und vielleicht auch über das Ende der Pandemie informieren sollen? Und erhöhen diese Kenntnisse unsere Chancen auf Medikamente und wirksame Impfstoffe? Keine Frage: Der Blick in das winzige Genom des Virus ist entscheidend. Denn in dem aus Ribonukleinsäure (RNA) bestehenden Bauplan mit seinen nichtmal 30.000 Basenpaaren – den biochemischen Buchstaben der Bauanleitung, von denen jede menschliche Zelle hunderttausend Mal so viele enthält – liegen die eigentlichen Geheimnisse des Erregers: seine Herkunft, seine Fähigkeit, sich zu vermehren, und auszubreiten, auch seine Tödlichkeit.

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