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Mittel für Blutdruck-Kranke : Nebenwirkung im Griff

  • -Aktualisiert am

Ein Hausarzt misst einer Patientin den Blutdruck. Bild: dpa

Gängige Blutdrucksenker rufen mitunter starke Schwellungen im Halsbereich der Patienten hervor. Die bisherige Behandlung schlägt nicht immer an. Jetzt gibt es neue Therapieansätze.

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          Eine häufig verordnete Klasse von Blutdrucksenkern, sogenannte ACE-Hemmer, rufen mitunter starke Schwellungen im Halsbereich hervor. Behindern die Ödeme die Atmung, besteht akuter Handlungsbedarf. Die übliche Gegenmaßnahme besteht darin, Antihistamin-Mittel und Cortisonpräparate zu verabreichen. Diese Behandlung schlägt aber nicht immer sofort an. Sehr viel rascher wirkt laut den Ergebnissen einer neuen Studie ein Medikament, das den Botenstoff Bradykinin ausschaltet. Dieses Hormon, das die Aktivität der ACE-Hemmer verstärkt, trägt vermutlich maßgeblich zur Entstehung der bedrohlichen Ödeme bei. Es erweitert die Gefäße. Für einen solchen Zusammenhang sprechen auch die Resultate der neuen Studie. Die daran beteiligten Personen, knapp dreißig Patienten mit durch ACE-Hemmer verursachten Schwellungen im Bereich der oberen Luftwege, waren alle intensivmedizinisch versorgt worden.

          Rückgang der Schwellungen

          Rund die Hälfte von ihnen hatte dabei eine Standardtherapie erhalten, die andere Hälfte den neuen Bradykinin-Hemmstoff Icatibant, der bislang nur zur Behandlung einer erblichen Form von Ödembildung zugelassen ist. Wie der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Murat Bas vom Klinikum recht der Isar in München und seine Kollegen in der Zeitschrift „New England Journal of Medicine“ (doi:10.1056/NEJMoa1312524) berichten, bildeten sich die Schwellungen bei allen Patienten früher oder später zurück.

          Nach Anwendung von Icatibant verschwanden die Ödeme im Durchschnitt aber schon nach acht Stunden. Mit dem Standardmittel waren die Schwellungen hingegen im Schnitt erst nach 27 Stunden verschwunden. Was die Sicherheit angeht, wurde der Bradykinin-Hemmstoff offenbar von den Patienten gut vertragen. Die Zahl der hiermit behandelten Patienten war allerdings zu klein, um Nutzen und Risiken einer solchen Therapie hinreichend beurteilen zu können.

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