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Medizinische Überwachung : Digitale Zäpfchen

Schwer verdaulich? Der Biosensor für das drahtlose Magen-Darm-Monitoring wurde am MIT entwickelt. Bild: Lillie Paquette

Ob Kapseln für Echtzeit-Daten unserer Organe oder Zahnsensoren für ein gesundes Gebiss: In der Mikrosystemtechnik herrscht Goldgräberstimmung. Rechtfertigt medizinische Überwachung fehlende Privatheit?

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          Datenschutz, Privatheit, die Herrschaft über die eigenen personenbezogenen Daten – könnte es etwas Wichtigeres im Digitalleben geben als das, was seit vergangener Woche allen EU-Bürgern als verbrieftes Recht garantiert und aktualisiert wurde? Kaum vorstellbar. Nicht für die Bürger, nicht für die Bürokratie und auch nicht für Teile der Politik.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Und doch brodelt es unter der Big-Data-Decke – wenn auch leise, fast unhörbar. Die große Datensammelwut, sie erzeugt ungern laute Geräusche. Und selbst sonst laute Politiker wie Jens Spahn, der Bundesgesundheitsminister, der neulich in Berlin den „neuen Geist“ und den „Mehrwert“ der Digitalisierung beschworen hat, ja sich zur staatlichen Förderung der „Datenspende“ bekannt hat, will nicht zu forsch wirken. Nur keine Unsicherheit erzeugen. Spannend sei das doch alles, wahnsinnig spannend. Wenn etwa die Nutzung privater Daten verknüpft werde mit medizinischen Versorgungsdaten.

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