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Medikamentenallergie : Angst vor Penicillin?

  • -Aktualisiert am

Antibiotika: Clindamycin-Kapseln (grün) und Amoxicillin-Kapseln (rosa) Bild: Picture-Alliance

Allergien gegen das Antibiotikum erweisen sich oft als Fehlalarm. Und teure Alternativen sind oft schwer verträglich. Wie sollen Betroffene damit umgehen?

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          Patienten mit vermeintlicher Penicillin-Allergie bekommen oft andere Antibiotika, die ihnen schaden könnten – obwohl sie gegen Penicillin womöglich gar nicht allergisch sind. Die amerikanische Allergologin Kimberly Blumenthal vom Massachusetts General Hospital in Boston hatte mit ihren Kollegen Daten von 10.992 Patienten aus 106 amerikanischen Krankenhäusern analysiert. Gut jede sechste Person litt gemäß Krankenakte unter einer Penicillin-Allergie. Die Betroffenen erhielten fast doppelt so oft ein Alternativpräparat als diejenigen ohne dokumentierte Allergie. Doch diese Antibiotika haben meist mehr Nebenwirkungen, sind teurer, fördern die Ausbreitung von resistenten Bakterien, und man steckt sich leichter mit gefährlicheren Keimen an.

          So drängt beispielsweise das Antibiotikum Clindamycin die normalen gesunden Darmbakterien so stark zurück, dass sich Clostridium difficile ungehindert ausbreiten und eine lebensbedrohliche Durchfallerkrankung auslösen kann. In der amerikanischen Studie verschrieben Ärzte ausgerechnet Clindamycin den Patienten mit vermeintlicher Penicillin-Allergie besonders oft. Ob auch die Ärzte in Deutschland Penicillin-Allergien zu wenig hinterfragen und Alternativpräparate verordnen, ist nicht systematisch untersucht. „Wir versuchen seit Jahren, ein Register mit Penicillin-Allergikern im deutschsprachigen Raum aufzubauen, um endlich klare Daten zu haben“, sagt Gerda Wurpts, Allergologin an der Universitätsklinik der RWTH Aachen und federführende Autorin der Ärzte-Leitlinie zur Diagnostik von Allergien gegen Penicillin und verwandte Antibiotika. Das Projekt gerate aber immer wieder ins Stocken, da bisher alle Förderanträge abgelehnt worden seien.

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