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Medikamente im Babyalter : Machen Antibiotika Kleinkinder dick?

  • -Aktualisiert am

Schon im Babyalter brauchen manche Kinder Antibiotika gegen Infektionen Bild: dpa

Kinder, die bis zum zweiten Geburtstag Breitspektrum-Antibiotika erhielten, haben offenbar ein erhöhtes Risiko für späteres Übergewicht. Darauf weisen nun Forscher mit Daten von mehr als 60.000 Kindern hin.

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          Kinder, die von der Geburt bis zu einem Alter von 23 Monaten Breitspektrum-Antibiotika erhielten, haben ein erhöhtes Risiko, Adipositas zu entwickeln. Diese Assoziation demonstrieren nun Forscher um Charles Bailey vom Children’s Hospital in Philadelphia im Fachmagazin „Jama Pediatrics“ (doi: 10.1001/jamapediatrics.2014.1539) anhand der Daten von fast 65000 Kindern, die bis zu einem Alter von fünf Jahren beobachtet wurden. 69 Prozent der Kinder hatte man bis zum zweiten Geburtstag mit Antibiotika behandelt.

          Zweimal Antibiotika bis zum zweiten Geburtstag

          Im Durchschnitt hatte es pro Kind etwa zwei solcher Behandlungen gegeben. Je häufiger die Kinder Antibiotika bekommen hatten, desto stärker war das Risiko für Adipositas erhöht – insbesondere gefährdet waren Kinder, die viermal oder noch häufiger behandelt worden waren. Zehn Prozent der Zweijährigen, vierzehn Prozent der Dreijährigen und fünfzehn Prozent der Vierjährigen wurden als adipös eingestuft.

          Nur Breitspektrum-Antibiotika, die auf eine breite Palette von Bakterien abzielen, erhöhten das Risiko, nicht aber Mittel mit schmalem Spektrum. Möglicherweise sei der Zusammenhang mit Auswirkungen der Medikamente auf die Darmflora zu erklären, so die Autoren, die einräumen, dass Adipositas multifaktoriell bedingt ist und ihre Studie nur einen von vielen Puzzlesteinen hinzufügt.

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