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Masern und andere Infektionen : Was überzeugt Impfgegner?

  • -Aktualisiert am

Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet. Bild: dpa

Wissenschaftler sind oft daran gescheitert, Methoden zu entwickeln, wie Impfskeptiker vom Nutzen der Vakzination überzeugt werden können. Nun hatten amerikanische Psychologen Erfolg: Sie nahmen sich die Ängste der Impfgegner vor.

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          In Berlin freut man sich über den rückläufigen Trend bei den Maserninfektionen: Die Krankheitswelle scheint jetzt wirklich abzuebben. Ein Grund, das Thema Impfungen deshalb erst mal bis zur nächsten Epidemie beiseite zu schieben, ist das allerdings noch lange nicht – auch, wenn die Politik in Deutschland Konsequenzen aus dem monatelangen Ausbruch gezogen hat und nun eine ärztliche Impfberatung vor dem Kita-Eintritt zur Pflicht machen will. Im Raum steht nun die Frage, wie man solche Beratungen so gestalten kann, dass ängstlich-besorgte Eltern, die den Gedanken, Impfungen könnten auch von Schaden sein, einfach nicht ausblenden können, ebenso gut erreicht werden wie fest überzeugte Impfgegner, die in ihrem sozialen Umfeld gegen die Vakzination Stimmung machen, als handele es sich um bezahlte Lobbyarbeit.

          Einen Hinweis darauf, wie man vorgehen könnte, gibt eine Studie, für die amerikanische Psychologen mehr als 300 Probanden – darunter Eltern und Kinderlose – unterschiedliches Infomaterial vorlegten. Eine Gruppe las Texte, in denen das Gerücht, die Masernimpfung könne Autismus auslösen, wissenschaftlich fundiert entkräftet wurde. Eine zweite Gruppe bekam Unterlagen, in denen eine Mutter die Maserninfektion ihres Kindes schilderte und Kinder mit Masern, Mumps und Röteln abgebildet waren. Eine dritte Gruppe diente als Kontrolle, sie las Broschüren, in denen es nicht ums Impfen ging. Zuvor war festgestellt worden, wie die Teilnehmer über Impfungen und eine Reihe anderer kontroverser Themen dachten.

          Tatsächlich hatten die Probanden, die mit den Folgen der Infektion konfrontiert worden waren, ihre Haltung nach der Lektüre am deutlichsten geändert: Sie seien von ihrer – mehr oder weniger ausgeprägten – Impfskepsis mehr abgerückt als die anderen beiden Gruppen, schreiben die Wissenschaftler in den „Proceedings“ der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Bemerkenswert ist, dass die Methode, Impfgegner über Krankheitsfolgen aufzuklären, in früheren Studien keinen Erfolg brachte. Das Infomaterial in ihrer Untersuchung sei drastischer gewesen, argumentieren die amerikanischen Forscher.

          Kann es richtig sein, Angst neue Angst entgegenzusetzen? Erstautor Zachary Horne von der University of Illinois findet: Ja. Für ihn ist klar, warum die Intervention derart wirkungsvoll war: „Menschen, die sich vor Impfungen fürchten, sorgen sich letztlich um die Sicherheit ihrer Kinder“, sagt er. Dass auch Infektionen diese Sicherheit gefährden, wurde ihnen erst durch das explizite Bild- und Textmaterial wirklich klar – ein Hinweis darauf, wie Aufklärung aussehen muss, damit sie etwas bewirkt.

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