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Lebenserwartung : Quicklebendige Dicke

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Kalorien und Haarspray werden nicht gespart: Edna (John Travolta) und Tochter Tracy (Nicole Blonsky) Bild: dpa

Wer sich von seinen Speckpolstern nicht trennen kann, muss nicht das Schlimmste fürchten. Forscher zeigen: Mit regelmäßigem Training kann man auch alt werden.

          Eine erfreuliche Nachricht für all jene, die sich von ihren Speckpolstern nicht trennen können oder wollen: Regelmäßige Bewegung bessert die Lebenserwartung offenbar so nachhaltig, dass Abmagerungskuren keinen Zusatznutzen bringen und selbst eine weitere Gewichtszunahme gleichsam ungestraft bleibt. Hinweise auf einen solchen Zusammenhang liefern zumindest die jüngsten Erkenntnisse amerikanischer Wissenschaftler, die das Schicksal von knapp 14 500 Männern bis zu 28 Jahre lang verfolgt haben. Die Teilnehmer der Studie waren im Mittel 44 Jahre alt, größtenteils leicht übergewichtig, aber gesund und körperlich vergleichsweise fit. Wie die Autoren des Projekts, unter ihnen Duck-chul Lee und Steven Blair von der Abteilung für Sportwissenschaften der Arnold School of Public Health an der University of South Carolina, in der Zeitschrift "Circulation" (Bd. 124, S. 2483) berichten, erlagen im mittleren Zeitraum von elfeinhalb Jahren insgesamt 914 Probanden einer schweren Erkrankung, etwa einem Infarkt oder einem Krebsleiden.

          Im Vergleich zu den Überlebenden waren die Verstorbenen körperlich weniger aktiv gewesen, hatten allerdings nicht mehr Pfunde auf die Waage gebracht. Weitere Analysen der Forscher ergaben zudem, dass die körperliche Fitness die Überlebensaussichten der Männer maßgeblich bestimmte. So wiesen Teilnehmer, deren Leistungsfähigkeit über die Jahre hinweg gleich geblieben oder besser geworden war, eine 30 bis 44 Prozent geringere Sterblichkeit auf als jene, die an Ausdauer eingebüßt hatten - und das unabhängig vom ursprünglichen Gewicht, dem Alter und dem Lebensstil. Keinen direkten Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit übten Änderungen des Gewichts aus: Ob ein Proband nun abspeckte oder noch mehr Pfunde ansetzte - seine Lebenserwartung wurde hiervon nur tangiert, wenn zugleich auch seine körperliche Leistungsfähigkeit zu- oder abnahm.

          Dass regelmäßige körperliche Aktivität die schädlichen Folgen einer zu großen Leibesfülle tatsächlich abzuschwächen oder ganz aufzuhaben vermag, geht auch aus anderen Untersuchungen hervor. Da sich Bewegungsmangel und Übergewicht teilweise gegenseitig bedingen, gehen sie allerdings vielfach Hand in Hand. Dennoch sind die Ergebnisse der vorliegenden Studie für viele Experten durchaus erhellend. Denn wie sie einmal mehr ins Bewusstsein rufen, dürften füllige, aber körperliche aktive Personen merklich gesünder leben als schlanke Bewegungsmuffel.

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