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Blutspende : Krebsrisiko durch Bluttransfusion nicht unbedingt gegeben

  • Aktualisiert am

Spenderblut kann viele Krankheiten übertragen Bild: ddp

Blutkonserven von Spendern mit einer noch unerkannten Tumorerkrankung führen beim Empfänger nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko. Das hat jetzt eine große skandinavische Studie mit mehr als 350.000 Patienten gezeigt.

          Blutkonserven von Spendern mit einer noch unerkannten Tumorerkrankung führen beim Empfänger nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko. Das hat jetzt eine große skandinavische Studie mit mehr als 350.000 Patienten gezeigt. Der Beobachtungszeitraum umfasst die Jahre von 1968 bis 2002 („Lancet“, Bd. 369, S. 1724). Während dieser Zeit erhielten 12.000 Personen in Dänemark und Schweden eine Blutkonserve von Spendern, bei denen sich bereits ein Krebsleiden angebahnt hatte. Die Krankheit brach dann innerhalb von fünf Jahren aus. Daher kann man annehmen, dass zum Zeitpunkt der Spende schon erste Krebszellen im Blut zirkulierten.

          Weder die Art des Tumors – ob aggressiv oder verhalten – noch der Zeitpunkt des Auftretens – bald nach der Spende oder wesentlich später – hatten einen Einfluss auf das Krebsrisiko des Empfängers. Die neue Studie ist die erste dieser Größenordnung, die sich mit der Krebsgefahr durch Bluttransfusionen beschäftigt. Möglich wurde sie, weil in Skandinavien jeder Patient und jeder Spender eine persönliche Identifikationsnummer besitzt, die einen Abgleich zwischen Krebsregister und Blutspenderdatei erlaubt. So konnte das Schicksal von Spendern und Empfängern über Jahrzehnte verfolgt werden.

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