https://www.faz.net/-gwz-9337p

Abgerichtete T-Zellen : Mit Gentechnik gegen Blutkrebs

  • -Aktualisiert am

Eine T-Lymphozyte (blau) dockt an einer Krebszelle an. Der Krebs wird so vom körpereigenen Immunsystem bekämpft. Bild: Science Photo Library

Eine gute Nachricht für Krebspatienten. In Amerika ist die zweite Gentherapie gegen ein bestimmte Form von Blutkrebs zugelassen worden. Doch nur wenige Zentren dürfen sie anwenden.

          Mit Gentherapien gegen Krebs geht es weiter schnell voran: In der vergangenen Woche hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA mit dem Produkt „Yescarta“ die zweite CAR-T-Zelltherapie innerhalb weniger Wochen zugelassen. Im August war bereits „Kymriah“ auf den Markt gekommen.Beide Therapien attackieren Blutkrebs, der durch eine Entartung der B-Zellen entsteht, und gehören zu einer neuen Form der gentechnisch optimierten Immuntherapie. Yescarta richtet sich gegen drei Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms, Kymriah gegen die akute lymphoblastische Leukämie.

          Die schnell hintereinander ausgesprochenen Zulassungen unterstreichen die Bedeutung der CAR-T-Zelltherapie. Der Tumor wird nicht mehr direkt attackiert, sondern indirekt über eine gezielte Mobilisierung der Immunzellen. Dazu werden die T-Zellen des Patienten im Labor gentechnisch mit einem antikörperähnlichen Protein ausgestattet, das sie nach der Rückkehr in die Blutbahn direkt zu den Tumorzellen führt.

          Mitarbeiter von Kite Pharma präparieren Blutzellen für die Immuntherapie mit T-Zellen.

          Weil durch den Angriff der T-Zellen mitunter pfundweise Tumorzellen vernichtet werden, deren Zellabfall den Körper überschwemmt, können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. In den Vereinigten Staaten werden deshalb nur wenige Zentren das von dem Unternehmen Kite hergestellte Yescarta anwenden dürfen. Diese Zentren müssen nachweisen, dass sie mit den Nebenwirkungen umgehen können.

          In der Zulassungsstudie von Yescarta wurde der Blutkrebs bei 51 Prozent der Patienten vollständig zurückgedrängt. Fast neun Monate später waren noch 39 Prozent der Patienten tumorfrei. Insgesamt wurden 101 Patienten in 22 Kliniken behandelt. Die schweren Nebenwirkungen traten zumeist in den ersten beiden Wochen auf. Die Therapie soll 373.000 Dollar kosten.

          Weitere Themen

          Wie schwanger können Männer werden?

          Gender-Forschung : Wie schwanger können Männer werden?

          Die Debatte um Gleichberechtigung der Geschlechter und deren Diskriminierung ist so lebendig wie vielleicht noch nie. Ein Gender-Forscher identifiziert jedoch die Schwangerschaft als ein Hindernis auf dem Weg zur totalen Gleichheit.

          Das Schöne, Wahre und Schmutzige Video-Seite öffnen

          Physikästhetik : Das Schöne, Wahre und Schmutzige

          Seit 400 Jahren lassen Physiker sich bei der Suche nach brauchbaren Theorien über die Natur von ästhetischen Erwägungen leiten. Heute wird bezweifelt, ob das grundsätzlich eine gute Idee ist. Zu Unrecht.

          Topmeldungen

          „Spiegel“-Verlagschef Thomas Hass (links), Chefredakteur Steffen Klusmann und Brigitte Fehrle stellen den Bericht vor.

          Der Fall Relotius : Über den Reporter, der immer Glück zu haben schien

          Fünf Monate, nachdem der frühere „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius als Fälscher enttarnt wurde, legt das Magazin nun seine Untersuchung des Falls vor. Dabei geht es mit sich und einigen Mitarbeitern hart ins Gericht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.