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Hygiene in Krankenhäusern : Die schmutzige Seite der Reinlichkeit

  • -Aktualisiert am

Wird bei dem Patienten ein infektiöser Keim nachgewiesen, legt das Personal Mundschutz, Kittel und Handschuhe an, bevor es das Zimmer betritt. Doch nicht alle Hygienemaßnamen haben den gewünschten Effekt. Bild: Daniel Pilar

Desinfektionsmittel im Krankenhaus retten Leben – und können resistente Supermikroben züchten. Daher wollen Forscher statt Chemikalien harmlosere Bazillen einsetzen.

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          Auf der Erde gibt es vor Bakterien und Viren kein Entkommen, das musste die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa vor rund fünfzehn Jahren einsehen. Im Kennedy Space Center in Florida mühte man sich, die Reinräume penibel keimfrei zu halten und darin die Raumsonde für eine Marsexpedition. Desinfiziert wurde mit aggressiven Chemikalien, Instrumente mit UV-Strahlen oder großer Hitze bearbeitet und Mitarbeiter in Schutzanzüge gesteckt. Es half nichts: Biologen wiesen 2003 ebendort einen ganzen Kosmos von Mikroorganismen nach. Am häufigsten fanden sie Bakterien der Gattung Bacillus, gegen einige wirkte auch Wasserstoffperoxid nicht, und auf der Marssonde siedelten resistente Formen des Pilzes Aureobasidium. Alle Hygienemaßnahmen hatten versagt.

          Lange musste man Mikroben mühsam in Petrischalen züchten, um sie zu bestimmen. Nun nutzen Wissenschaftler das 16S-rRNA-Gen, um einzelne Bakterien zu identifizieren, wie eine Art Fingerabdruck. Viele Mikroorganismen wollten im Labor bisher nicht wachsen, heute kennen Forscher fast hundertmal mehr Bakterien als noch vor rund dreißig Jahren. Mit der neuen Technik finden sich die auch in Krankenhäusern oder Intensivstationen. Stecken sich Patienten während ihrer Behandlung im Krankenhaus mit einem Keim an, spricht man von nosokomialen Infektionen – die sind oft besonders schwerwiegend.

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