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Knochenmarkserkrankung : Immuntherapie wirkt gegen Krebszellen

  • -Aktualisiert am

Welcher Tumor ist das? Es sind angefärbte Hautkrebs-Zellen. Bild: dpa

Das multiple Myelom ist für seine schlechten Heilungschancen bekannt. Eine Immuntherapie mit körpereigenen, genetisch veränderten Abwehrzellen könnte die Aussichten verbessern.

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          Eine Immuntherapie, bei der körpereigene, aber genetisch veränderte Immunzellen eingesetzt werden, könnte beim multiplen Myelom funktionieren. Forscher der Universität von Maryland entnahmen in einer Studie 20 Patienten, die am multiplem Myelom erkrankt waren, körpereigene T-Zellen und veränderten diese im Labor. Die so manipulierten Immunzellen erkannten ein Protein, das sich auf 60 Prozent der Myelome nachweisen lässt, und attackierten die bösartigen Zellen. Das Protein sei verantwortlich für das Tumorwachstum und erst vor kurzem mit einer schlechten Aussicht auf Heilung in Verbindung gebracht worden, berichten die Forscher.

          Immunreaktion gegen Krebszellen

          Nach einer Stammzelltransplantation, bei der den Patienten eigene gesunde Stammzellen übertragen wurden, injizierten die Forscher den Patienten die veränderten T-Zellen wieder in die Blutbahn. Bei 16 der 20 Patienten, deren Krebserkrankung bereits fortgeschritten war, zeigte sich tatsächlich ein Effekt, schreiben die Forscher um Aaron Rapoport in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ (http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.3910.html).

          Die Zellen wanderten in das Knochenmark der Patienten ein und zeigten eine Immunreaktion gegen die Krebszellen: Im Mittel sei das Weiterwachsen des Tumors 19,1 Monate lang verhindert worden. Die Nebenwirkung der Immunzell-Infusion hätten die Patienten gut toleriert. Der Grund dafür, warum die Tumoren schließlich doch weiter wuchsen, ist unklar. Möglicherweise wurden die veränderten T-Zellen abgebaut, oder die Tumorzellen veränderten ihre Erkennungsproteine an der Oberfläche.

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