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Klangschalenmassage : Ganz zugedröhnt im Hier und Jetzt

Kommt zwar aus dem Himalaja, wird dort aber nicht zur Massage, sondern vor allem als Essgeschirr benutzt. Bild: mauritius Images

Wer Entspannung sucht, kommt um die Klangschale kaum noch herum. Sie ertönt beim Yoga, in der Sauna und sogar schon im Krankenhaus. Ein Erfahrungsbericht.

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          Ich stehe in einer Metallschüssel, groß wie ein Waschzuber, und meine Füße kribbeln höllisch. Maria Wöstemeyer-Hampe hat die Schale just mit einem filzbespannten Schlägel angeschlagen. Alles um uns herum ist orange. Orange Wände, Polster und Kissen in Farben der Sonne bedecken den Boden. Buddhas lächeln mir von überall her zu. Maria ist Klangmassage-Praktikerin und betreibt ihre „Klang Quelle“ in einer Kleinstadt in Ostwestfalen. In den Regalen und auf den Fensterbrettern, in jeder Ecke stehen schimmernde Klangschalen. Kleine, obertonreiche für den Kopf, dumpfe, schwere für das Becken. Manche sind kaum größer als ein Eierbecher, andere gleichen Salatschüsseln, keine zwei tönen gleich.

          Bei der Klangschalenmassage berührt die Therapeutin den Klienten nicht. Sie positioniert die Schalen auf und an ihm und schlägt sie sacht an. Der entstehende Klang und die Vibrationen breiten sich im Körper aus und sollen zu tiefer Entspannung führen. Man muss nichts tun, außer ruhig zu liegen. Stundenlange Mediation und schmerzhafte Yoga-Verrenkungen bleiben einem dabei erspart. In einer Zeit, in der steinerne Buddhas die Gartenzwerge aus den Vorgärten verdrängen, rücken auch die Bronzeschalen unaufhaltsam vor. Im Yoga-Studio, in der Sauna und sogar auf der Intensivstation im Krankenhaus werden sie immer häufiger verwendet.

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