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Die Debatte: KI-Medizin : Die zwei Gesichter der intelligenten Assistenten

  • -Aktualisiert am

Reich mir dir Hand! Hilfsroboter Pepper tourt seit Monaten als kommunikatives Aushängeschild der KI-Zukunft durch die Republik. Bild: Picture-Alliance

Der Boom der Algorithmen stellt die Medizin nun vor die Frage, wie Aufgaben und Verantwortung zwischen Mensch und Maschine verteilt werden. In einem Fall hat der Umbruch schon mächtig Fahrt aufgenommen, für die Pflege gilt das nicht.

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          Krebs gilt in unserer Gesellschaft als besonders gefürchtet. In Deutschland ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Jährlich erkranken knapp 500.000 Personen in Deutschland neu an Krebs: Für viele der Beginn einer Leidenszeit samt Operationen und Therapien. Die bessere Erforschung und Behandlung von Krebs wird daher von Wissenschaft, Pharmaindustrie und Politik gleichermaßen vorangetrieben. Neue Therapiemöglichkeiten und Medikamente konnten in den letzten Jahrzehnten die Heilungschancen sämtlicher Krebserkrankungen deutlich verbessern.

          Bild: www.die-debatte.org

          Auch mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) wird immer wieder die Hoffnung verbunden, dass Krebs besser erkannt und therapiert werden kann. „Ich bin der Überzeugung, dass wir dank der KI in der Krebsdiagnostik und -therapie substantielle Fortschritte machen werden”, sagt der Pathologe  Frederick Klauschen, geschäftsführender Oberarzt am Institut für Pathologie an der Charité Berlin. „Dies insbesondere, weil KI einen wichtigen Beitrag bei der Analyse molekularer Daten leisten kann und dabei hilft, die Ursachen von Krebs besser zu ergründen.”

          KI spürt Krebsgenen nach

          Benedikt Brors vom Deutschen Krebsforschungszentrum forscht daran, wie man dank angewandter Bioinformatik Krebs besser verstehen und behandeln kann. „Mit den modernen Verfahren kann man inzwischen ziemlich genau sagen, welche genetische Veränderung zu einer Bildung von Tumorzellen geführt hat und dementsprechend auch die passende Therapie erstellen,” sagt Brors. „Allerdings sind die Datenmengen für die Auswertung so groß, dass man dabei auf die Unterstützung von Computern angewiesen ist”.

          In einer von ihm geleiteten Studie wurde dabei die Kategorisierung von Neuroblastomen näher erforscht. Diese Tumore treten oft im Säuglings- und Kleinkindalter auf und können je nach Form und Stadium von geringem oder hohem Risiko sein. Während bei den weniger gefährlichen Tumoren die Heilungschancen sehr gut stehen, enden andere Formen oft tödlich. „Bisher kann man mit klinischen Parametern etwa 80 Prozent der Erkrankungen eindeutig klassifizieren. Mit dem Einsatz von KI können wir nun auch Vorhersagen über die restlichen 20 Prozent treffen”, sagt Brors. Dies gelingt dadurch, dass die Aktivitäten einzelner, relevanter Gene gemessen werden und ein Algorithmus dadurch erkennt, ob die Form gut- oder bösartig ist.  

          Der Operateur zeigt anhand der Tomographbilder die Lage des Turmors an
          Der Operateur zeigt anhand der Tomographbilder die Lage des Turmors an : Bild: Eilmes, Wolfgang

          Auch für andere Krebserkrankungen verspricht die Anwendung von KI durchaus Erfolg. Denn KI-Verfahren werden insbesondere auch bei bildgebenden Verfahren eingesetzt. „Eine Krebsdiagnose wird in aller Regel durch die Beurteilung von Gewebeproben in der Pathologie gestellt. Die KI kann hier enorm dabei helfen, die Erfahrung des Pathologen bei der Beurteilung qualitativer Gewebeeigenschaften, zum Beispiel ob ein Tumor gut- oder bösartig ist, zu ergänzen, da quantitative Merkmale schneller, präziser und standardisierter ausgewertet werden können”, sagt Frederick Klauschen.

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