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Ur-Immunsystem unter Verdacht : Gift gegen das Virus

Eine alarmierte Fresszelle, die sich Viren einverleibt. Bild: Science Photo Library

Unser Immunsystem ist der Schlüssel gegen Covid-19. Und das steckt voller Überraschungen. Jetzt ist sogar die „schmutzige Bombe“ unserer Abwehr als mögliche Rettung für Corona-Patienten im Spiel.

          4 Min.

          Unter den zahlreichen Indizien, die dafür sprechen, dass Covid-19 kein gewöhnlicher Lungeninfekt und das Coronavirus Sars-CoV-2 kein „Grippe“-Erreger ist, wiegen diejenigen besonders schwer, die man in den diversen geschädigten Organen und vor allem in den Gefäßen kranker und verstorbener Patienten entdeckt hat. Sie zeigen: Covid-19 wirkt systemisch, es ist genauso ein schweres Immunleiden wie es eine Lungenkrankheit ist.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Entzündungen der Luftwege und der Lungen sind der Anfang. Die eigentliche Achillesferse jedoch für die zehn bis zwanzig Prozent der schwer erkrankten Covid-19-Patienten, so stellt sich das in den klinischen Daten zunehmend dar, sind vielfach nicht die Lungenschäden durch das Virus selbst, sondern es ist das bisher noch völlig unüberschaubare Chaos im Immunsystem, das daraus folgt. Einerseits schießt das Immunsystem völlig übers Ziel hinaus, zahlreiche Entzündungsparameter im Blut sind massiv hochreguliert. Gleichzeitig ist das Immunsystem hochgradig geschwächt. Und das geht nicht lange gut. Deshalb ruhen derzeit die vielleicht größten Hoffnungen für eine durchgreifende Therapie genau darauf: die richtige Stellschraube zu finden, die in das System eingreift, noch ehe das Immunsystem versagt.

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