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Gesundheit : Kaffee - was tust du mir an?

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Allheilmittel Kaffee?

Bei moderatem Konsum soll Kaffee das Risiko senken, an Diabetes Typ 2, Leberkrebs oder Parkinson zu erkranken. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health wollen sogar herausgefunden haben, dass Kaffeetrinker länger leben. Für ihre im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie analysierten die Forscher die Daten von über 200 000 Probanden aus verschiedenen Studien. Demnach war das Risiko, innerhalb des Beobachtungszeitraums zu sterben, für Kaffeetrinker, statistisch gesehen, geringer. Allerdings nur, wenn sie ihren Konsum auf unter fünf Tassen pro Tag beschränkten.

Wer beweisen möchte, dass Kaffee gesund ist, kann sich also auf zahlreiche Studien berufen. Das gilt allerdings auch für die Kaffee-Skeptiker: Sie verweisen auf Untersuchungen, die zeigen, wie Kaffee den Blutdruck in die Höhe treibt, so dass das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung steigt. Sogar mit Krebs wird Kaffee in Verbindung gebracht, denn beim Rösten der Bohnen bei hohen Temperaturen entsteht Acrylamid. Die Chemikalie wurde in der EU-Chemikalienverordnung REACH als „besonders besorgniserregend“ eingeordnet, weil sie erbgutschädigend sein soll.

Was den Kaffee und seinen Einfluss auf die Gesundheit angeht, ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen, sieht man einmal von der Efsa ab, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die eine Menge von 400 mg Koffein täglich als Obergrenze empfiehlt.

Müde Geister werden munter - oder auch schläfrig

Aber auch sonst ist die Wirkung des Koffeins keineswegs unumstritten - nicht einmal, wenn es um die Frage geht, ob Kaffee uns so wach hält, wie wir eigentlich glauben. Eine 2002 in Sleep Medicine veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass koffeinhaltiger Kaffee tatsächlich die Einschlafzeit der Probanden verlängerte. Insgesamt schliefen die betreffenden Studienteilnehmer weniger und zudem schlechter als die Probanden, die entkoffeinierten Kaffee tranken. Aber auch da widersprechen andere Untersuchungen, denn eine Gruppe fällt aus dem Rahmen: die Senioren. Gerade älteren Menschen kann eine Tasse Kaffee sogar beim Einschlafen helfen. Ihr Gehirn ist oft schlecht durchblutet, was zu Schlafstörungen führen kann. Das Koffein bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße und verschafft den Senioren eine angenehme Nachtruhe.

Hinsichtlich des leistungssteigernden Effekts, den viele Kaffeefreunde ihrem Lieblingsgetränk zuschreiben, scheint die Datenlage klarer. Die Experten von der Efsa halten es für gesichert, dass bereits eine Dosis von 75 mg Koffein die Aufmerksamkeit erhöht. Das entspricht - je nach Zubereitungsart - ein bis zwei Tassen Kaffee. Die Welt-Anti-Doping-Agentur führt Koffein zwar nicht mehr auf ihrer Liste der verbotenen Substanzen, aber in ihr Monitoring-Programm 2016 hat sie Koffein trotzdem aufgenommen: als Stimulanz, dessen Missbrauch im Sport überwacht werden soll.

Wissenschaftler der Universität Bristol warnen allerdings davor, sich vor langen Autofahrten auf Kaffee als Muntermacher zu verlassen. Ihre Untersuchungen zeigen, dass das belebende Koffein entgegen den Erkenntnissen früherer Studien nicht zu einer Erhöhung der Aufmerksamkeit und zur Verbesserung des Fahrverhaltens beiträgt. Den britischen Kaffeeforschern zufolge machten Fahrer mit ihrem Kaffeekonsum nämlich nur die Entzugserscheinungen wieder wett, unter denen sie litten. Womit das Thema Abhängigkeit in den Blick kommt.

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