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Interview mit Virenforscher : „So läuft das nun seit 2003“

Aufbau des Schlüsselenzyms des Sars-CoV-2, das auch Hauptprotease genannt wird. Es setzt sich aus zwei identischen Molekülen zusammen. Die haben je drei sehr stabile Abschnitte, sogenannte Domänen (I,II,III). Auch enthalten sie katalytische Reste von Aminosäuren. Die sind hier blau für Histidin (His41) und gelb für Cystein (Cys145) dargestellt. Bild: Universität Lübeck

Rolf Hilgenfeld ist Pionier der Corona-Forschung. Anfangs hatte man ihn belächelt, heute wird er gebraucht. Doch eine schnelle Hilfe kann auch der Virologe nicht versprechen.

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          Herr Professor, Sie forschen als Biochemiker seit langem an Coronaviren. Es wird gesagt, sie seien Ihre Leidenschaft. Wie kamen Sie dazu?

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ich habe an der Universität in Jena angefangen mit den Coronaviren, weil ich mich interessiert habe für Proteasen. Das sind Proteine, die andere Proteine spalten. Diese Coronavirus-Proteasen fand ich bemerkenswert, weil die größer waren als die von anderen Viren. Ich wollte sehen, wie sie aussehen. Und deswegen habe ich etwa ab 1998 angefangen, an diesen Coronavirus-Proteasen zu arbeiten. 2002 haben wir die erste Struktur veröffentlicht, also noch vor der Sars-Epidemie.

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