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Tag der Blutspende : Blut, Geld und Tränen

Wenn die Beutel so aufgehängt sind, tropft das Blut durch einen Filter, der unerwünschtes Zellmaterial herausfischt. Dadurch wird eine Transfusion anschließend sicherer. Bild: Wolfgang Eilmes

In Deutschland könnten Blutkonserven bald knapp werden. Ohne fragwürdige Importe wäre auch das Plasma in Europa Mangelware.

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          „Notfalldepot“ steht auf dem Zettel, der im Kühlraum des Frankfurter Blutspendezentrums des Deutschen Roten Kreuzes klebt. Doch so leer hat Eberhard Weck die Regale noch nie gesehen, kaum ein Dutzend Kisten mit Blutkonserven lagern hier noch. „Wir können den täglichen Bedarf der Kliniken decken, doch es reicht nicht, um unsere Reserven aufzufüllen.“ Reserven, die Corona schmelzen ließ, erklärt der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.

          Johanna Kuroczik
          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Bundesregierung rief in der vergangenen Woche zum Blutspenden auf, am heutigen 14. Juni ist der internationale Weltblutspendetag. Dieses Jahr ist die Erinnerung an die Bedeutung der Blutspende besonders angebracht, denn die Covid-19-Pandemie führt offenbar zu einer kurzfristigen Knappheit. In zehn Jahren könnte die Blutversorgung jedoch infolge des demographischen Wandels ernstlich gefährdet sein, wie die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DGTI, in einer aktuellen Studie vorrechnet. Wissenschaftler fürchten auch einen drohenden Mangel an Blutplasma. Eine Blutspende liefert nicht nur rote Blutkörperchen, sondern auch diese gelbliche Flüssigkeit, aus der Medikamente gewonnen werden. Die europäischen Länder importieren große Mengen aus den Vereinigten Staaten, wo in den Spendezentren teils fragwürdige Bedingungen herrschen. Die Europäische Kommission sucht nach Wegen aus dieser Abhängigkeit, wie aus einem EU-Dokument zur Gesetzgebung um Blut hervorgeht. Hängt auch Deutschland am amerikanischen Plasmatropf? Um dies einzuschätzen, darf man den europäischen Markt nicht ignorieren.

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