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Hypertonie bei Schwangeren : Individuelle Therapie bei Bluthochdruck

  • -Aktualisiert am

Bei vielen werdenden Müttern wird während der Schwangerschaft ein Bluthochdruck diagnostiziert. Bild: Picture Alliance

Schwangere mit hohem Blutdruck erhalten nur zurückhaltend Medikamente. Dabei profitiert von der passenden Behandlung nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind.

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          Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck, eine sogenannte Hy­pertonie, birgt während der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind. Dennoch erhalten viele Betroffene erst Blutdrucksenker, wenn ihr „oberer“ und „unterer“ Gefäßdruck bei 160 und 110 Millimeter auf der Quecksilbersäule (mmHg) liegen und die gängigen Obergrenzen von 140 und 90 mmHg somit um jeweils 20 mmHg übersteigen. Hinter dieser therapeutischen Zurückhaltung, die auch in den Leitlinien der gynäkologischen Fachgesellschaften vermerkt ist, steht die Angst, die fötale Entwicklung zu beeinträchtigen. Diese Sorge scheint jedoch unbegründet zu sein. Mehr noch: Der Verzicht auf blutdrucksenkende Arzneien scheint dem ungeborenen Kind, wie auch der Schwangeren, sogar zu schaden. Hierfür sprechen jedenfalls die Ergebnisse einer Studie von Forschern um Alan Tita von der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie der University of Alabama im amerikanischen Birmingham.

          Die Teilnehmerinnen des Projekts, rund 2400 durchschnittlich 32 Jahre alte werdende Mütter, litten unter einer milden Hypertonie. So lag ihr „oberer“ Blutdruck zwischen 140 und 159 mmHg und ihr „unterer“ zwischen 90 und 104 mmHg. Nach dem Prinzip des Zufalls der einen oder anderen Gruppe zugeteilt, war eine Hälfte von ihnen mit blutdrucksenkenden Medikamenten, sogenannten Antihypertensiva, behandelt worden und die andere Hälfte, die Vergleichsgruppe, nicht. Die meisten Frauen erhielten entweder Nifedipin, einen gefäßerweiternden Wirkstoff aus der Familie der Kalziumantagonisten, oder den Alpha-Beta-Antagonisten Labetalol ein: eine Verbindung, die über eine Dämpfung des autonomen Nervensystems den Blutdruck absenkt. Beide Blutdrucksenker gehören zu den wenigen Antihypertensiva, die für den Fötus unbedenklich sind und daher auch Schwangeren verabreicht werden können.

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