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HPV : Schon Neunjährige sollen geimpft werden

  • -Aktualisiert am

Eine Ärztin nimmt eine Impfung vor Bild: dpa

Mehr Mädchen sollen vor dem sexuell übertragbaren Humanen Papillom-Virus geschützt werden. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission nun, jüngere Kinder zu immunisieren. Auch andere Impfschemata wurden überarbeitet.

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          Mehr Mädchen als bisher sollen vor dem sexuell übertragbaren Humanen Papillom-Virus (HPV) geschützt werden. Deshalb hat die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung für das Alter, in dem Kinder gegen das Virus geimpft werden, deutlich herabgesetzt. Ab sofort sollen Mädchen im Alter von neun bis vierzehn Jahren (statt bisher zwölf bis 17 Jahren) die HPV-Impfung bekommen. Außerdem wurden die Empfehlungen für weitere Impfungen überarbeitet.

          Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Der hauptsächliche Übertragungsweg für HPV-Infektionen am Gebärmutterhals sind Sexualkontakte. Die Impfung ist am wirksamsten, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Der erste Geschlechtsverkehr sei aber häufig nicht geplant oder der Wunsch nach der Aufnahme sexueller Kontakte werde nicht mit Eltern oder Ärzten besprochen, begründen die Stiko-Experten die Vorverlegung. Sie verweisen zudem auf Studien, denen zufolge ein Großteil der Mädchen in Deutschland bisher den idealen Impfzeitpunkt vor dem ersten Geschlechtsverkehr verpasste.

          Vorsorge ist weiterhin wichtig

          Weltweit sterben immer noch 275.000 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs, der durch die verschiedenen HPV-Typen ausgelöst wird. In Deutschland gibt es zusätzlich zur Impfung schon seit den siebziger Jahren ein Screening; einmal im Jahr können alle Frauen ab zwanzig Jahren eine Vorsorgeuntersuchung (als „Abstrich“ oder „Pap-Test“ bekannt) als Kassenleistung wahrnehmen.

          Die HPV-Impfung könne die Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht ersetzen, so die Impfexperten der Stiko. Schon in ihrer Begründung zur ersten HPV-Impfempfehlung 2007 schrieben sie: „Nicht im Impfstoff enthaltene HPV-Typen, unvollständig geimpfte Personen und seltene Impfversager erfordern auch bei Erreichen einer hohen Durchimpfung in der Zielgruppe die Fortführung der Früherkennungsuntersuchungen.“ Die Wichtigkeit eines solchen Vorgehens wurde nun wieder betont.

          Änderungen bei FSME-Impfung

          Die neuen Empfehlungen gelten ab sofort. Die Veränderungen sind in einer Tabelle im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI kenntlich gemacht. Beispielsweise galt bisher die Empfehlung, in mehreren stark betroffenen Landkreisen Deutschlands bestimmte Personen gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis zu impfen, eine Virusinfektion, die von Zecken übertragen wird. Als neues Risikogebiet ist der Vogtlandkreis in Sachsen hinzugekommen. Weiterhin gilt die Empfehlung nur für berufliche exponierte Personen, etwa Forstarbeiter und in der Landwirtschaft Beschäftigte.

          Zudem wurde etwa die Empfehlung für die Impfung gegen Pneumokokken.Infektionen überarbeitet. Diese Empfehlung gilt für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Neu hinzugekommen ist nun, dass etwa auch Patienten mit T-Zell-Defizienz beziehungsweise gestörter T-Zell-Funktion und mit Cochlea-Implantat nahegelegt wird, sich impfen zu lassen. Die ausführlichen wissenschaftlichen Begründungen für die geänderten Impfempfehlungen folgen in den nächsten beiden Ausgaben des Epidemiologischen Bulletins.

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