https://www.faz.net/-gwz-qyid

Herzinfarkt : Herzschwäche nach Herzinfarkt

  • Aktualisiert am

Aspirin: Wirksam gegen Herzanfälle? Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Betablocker und Blutverdünner sollen nicht zu früh nach einem Herzinfarkt verabreicht werden. Nach der Stabilisierung des Herzens senkt die zusätzliche Einnahme von Clopidogrel das Risiko auf weitere Herzanfälle.

          Werden Betablocker nach einem Herzinfarkt zu früh verabreicht, schadet das eher, als es nützt. Das legen zumindest die Ergebnisse einer chinesisch-englischen Studie nahe, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt worden sind.

          Einbezogen wurden in die Studie mehr als 45.000 Patienten mit akuter Herzattacke. Außer einer Standardtherapie gaben die Ärzte einem Teil der Patienten den Betablocker Metoprolol - zuerst intravenös, anschließend in Form von Tabletten - und den anderen ein Scheinmedikament. Das Ergebnis: Metoprolol konnte das Risiko weiterer Herzanfälle und schwerer Herzrhythmusstörungen merklich verringern. Zugleich erhöhte der Betablocker aber das Risiko einer akuten, teilweise auch lebensbedrohlichen Herzschwäche.

          Betablocker nach Stabilisation des Herzens

          Die Leiter der als „Commit“ bezeichneten Studie ziehen hieraus den Schluß, daß man Patienten mit akutem Herzinfarkt erst dann einen Betablocker reichen sollte, wenn sich die Herzfunktion bereits wieder stabilisiert hat. Darüber hinaus ging man der Frage nach, inwieweit Patienten mit akutem Herzinfarkt von einer intensiven Behandlung mit Gerinnungshemmern profitieren. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, den Blutfluß in der vom Infarkt betroffenen Herzschlagader zu erleichtern und weitere Herzanfälle zu verhindern.

          Zusätzlich zu Aspirin erhielt daher ein Teil der Patienten den ebenfalls die Verklumpung der Blutplättchen unterdrückenden Wirkstoff Clopidogrel, die übrigen Plazebo. Wie sich zeigte, schützte die gemeinsame Anwendung von Clopidogrel und Aspirin noch besser vor tödlichen Herzanfällen als jene des bewährten Gerinnungshemmers allein. Der Unterschied zwischen den beiden Therapiegruppen war aber nicht groß. Will man einen Todesfall verhindern, müßten hundert Patienten außer mit Aspirin auch mit - teurem - Clopidogrel behandelt werden.

          Weitere Themen

          Fördert schlechte Luft psychische Erkrankungen?

          Smog und Psyche : Fördert schlechte Luft psychische Erkrankungen?

          Smog hat offenbar einen stärkeren Einfluss auf die Psyche als gedacht und verursacht psychische und neurologische Erkrankungen. Das zeigt eine amerikanische Studie, die Gesundheitsdaten aus den Vereinigten Staaten und Dänemark ausgewertet hat. Doch es gibt Zweifel an den Ergebnissen.

          Topmeldungen

          Unser Sprinter-Autor: Bastian Benrath

          F.A.Z.-Sprinter : Dunkle Wolken am Sommerhimmel

          In Sachsen beginnt der Prozess im Mordfall Daniel H., und in Paris möchte Boris Johnson weiter Zugeständnisse beim Brexit-Abkommen erwirken. Wie sie dennoch zu einem lockeren Sommertag kommen, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.