https://www.faz.net/-gwz-7lzfb

Herzkranke gefährdet : Discobesucher ignorieren die Risiken von Energy-Drinks

  • Aktualisiert am

Vielfalt an Energy-Drinks: Regal in einem Getränkemarkt Bild: dpa

Energy-Drinks werden sorglos konsumiert, ergibt eine neue Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung. In Einzelfällen trinken Partygänger fünf Liter an einem Tag - und ignorieren die Risiken.

          Besucher von Diskotheken, Musik- und Sportveranstaltungen sowie LAN-Partys trinken teilweise erhebliche Mengen an sogenannten Energy-Drinks – ignorieren aber die Risiken. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung. Die Wissenschaftler des Instituts befragten mehr als 500 sogenannte „Hochverzehrer“ in Diskotheken und Clubs, auf Musikfestivals, Sportveranstaltungen, LAN-Partys und Gaming-Partys. Diese Hochverzehrer hatten zum Zeitpunkt des Interviews schon mindestens einen halben Liter Energy-Drinks getrunken.

          Vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren sind der Studie zufolge Hochverzehrer von Energy-Drinks. Im Durchschnitt konsumierten die Befragten beim Tanzen in Clubs etwa einen Liter Energy-Drink gemischt mit alkoholischen Getränken. Vor allem auf LAN-Partys mit langen Wachzeiten der Teilnehmer von bis zu zwei Tagen und zwei Nächten werden erhebliche Mengen an Energy-Drinks getrunken.

          Bis zu fünf Liter

          „In Einzelfällen werden bis zu fünf Liter innerhalb von 24 Stunden getrunken“, sagt Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung. „Unerwünschte gesundheitliche Wirkungen von Energy-Drinks sind insbesondere möglich, wenn man sehr viel davon trinkt, sie mit Alkohol vermischt, wenig schläft oder sich körperlich anstrengt.“ Diese Risiken bestehen insbesondere bei koffeinempfindlichen Personen, etwa bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Die Verbraucherhinweise der Hersteller auf den Verpackungen werden häufig nicht beachtet - auch dieses Ergebnis erbrachte die Studie.

          Energy-Drinks sind Getränke, die Koffein, meist zusammen mit den Stoffen Taurin, Inosit und Glucuronolacton, oft in hohen Konzentrationen enthalten. Das Berliner Institut hatte sich bereits vor einigen Jahren für Hinweise auf den Etiketten von Energy-Drinks ausgesprochen. Die Hinweise sollten beinhalten, dass bestimmte Verbrauchergruppen, vor allem Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen, auf den Verzehr von Energiegetränken verzichten sollten. Mittlerweile wurden entsprechende Hinweise auf EU-Ebene vorgeschrieben. Außerdem empfehlen die Berliner Risikoexperten, auf den Etiketten auf mögliche unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit ausgiebiger sportlicher Betätigung oder Alkoholkonsum hinzuweisen.

          Energy-Drinks werden vor allem in Discos konsumiert

          Mit der neuen Studie zu Hochverzehrern von Energy-Drinks liegen nun erstmals zuverlässige Daten vor, die auch das Risiko erhöhende Faktoren wie Schlafentzug, körperliche Anstrengung und Alkohol erfassen. Die Daten sind wichtig, um verlässlichere Aussagen zum Trinkverhalten und somit zur Koffein-Aufnahme zu treffen und damit eine realistischere Einschätzung des Risikos vornehmen zu können.

          Weitere Themen

          Wieder Methan auf dem Mars

          Rätselhafter Gasausstoß : Wieder Methan auf dem Mars

          Der Marsrover „Curiosity“ hat wieder Methangas auf dem Roten Planeten gemessen. Diesmal war die Gasmenge besonders groß. Doch woher stammt der Kohlenwasserstoff, der auf der Erde vorwiegend aus biologischen Quellen stammt?

          ISS-Raumfahrer zurück auf der Erde Video-Seite öffnen

          204 Tage im All : ISS-Raumfahrer zurück auf der Erde

          Die Sojus-Kapsel mit den drei Astronauten ist sicher in der kasachischen Steppe gelandet. An Board befanden sich drei Raumfahrer aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Russland, die während ihres Aufenthalts auf der Internationalen Raumstation verschiedene Experimente durchgeführt haben.

          Topmeldungen

          Charismatisch und skrupellos : Was will Boris Johnson?

          Er ist Held der englischen Nationalisten und Favorit für den Vorsitz der Konservativen. Einen echten Plan für den Brexit hat der begabte Scharlatan noch immer nicht.

          FAZ Plus Artikel: Eurofighter-Absturz : 50 Meter an der Katastrophe vorbei

          Ein Pilot stirbt, einer ist schwer verletzt – schlimm genug. Bei der Suche nach Wrackteilen der abgestürzten Eurofighter in Mecklenburg zeigt sich, dass es noch schlimmer hätte kommen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.