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Umstrittene Heinsberg-Studie : Wertvoll und problematisch zugleich

Virologe Hendrik Streeck Bild: dpa

Als die Heinsberg-Studie veröffentlicht wurde, kritisierten Experten, Politiker und Journalisten sie schnell und laut. Nun zeigt sich: Einige Erkenntnisse des Teams um Virologe Streeck könnten wichtig sein – aber auch problematisch.

          4 Min.

          Dass hier ein zweigeschwänzter Löwe das Wappen ziert, die Stadtrechte aber Ende des 18. Jahrhunderts verlorengingen, mag außerhalb von Gangelt kaum der Rede wert sein. Letzteres ist für den kurz vor der holländischen Grenze gelegenen Ort in Nordrhein-Westfalen mit immerhin 12.915 gemeldeten Einwohnern 2019 trotzdem ein schmerzlicher Verlust. Den kann auch die aktuelle Berühmtheit nicht ausgleichen, die Gangelt durch die stark beworbene, übereilt zitierte, politisch instrumentalisierte, jetzt endlich als Manuskript vorliegende, dennoch nicht begutachtete und zunehmend umstrittene Heinsberg-Studie erlangte (hier zur Studie).

          Sonja Kastilan

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass die darin ermittelten Daten die Situation im Bundesgebiet abbilden könnten – demnach hätten sich nicht erst 170.500 Bürger infiziert, sondern schon rund 1,8 Millionen, wie die Bonner Autoren anhand ihrer „infection fatality rate“, verkürzt Sterberate, schätzen –, halten daran unbeteiligte Kollegen für eine Überinterpretation. Manche bemängeln gleich mehrere statistische Schwächen, die davon ablenken können, dass mit dieser Studie durchaus ein wichtiger Anfang gemacht ist. Mehr allerdings noch nicht.

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