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Heilung aussichtslos : Wie den Kranken vor sinnlosen Entscheidungen schützen?

  • -Aktualisiert am

Eine schwierige Balance: die Palliativversorgung von Krebspatienten. Bild: dpa

Am Ende einer unheilbaren Krankheit steht oft die Frage nach dem Wunsch des Patienten: weiter behandeln? Welche Verantwortung den Ärzten dabei zukommt, haben Krebsmediziner diskutiert.

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          Ist eine Tumorerkrankung fortgeschritten, stellt sich unweigerlich die Frage, wie lange die Behandlung gegen den Krebs fortgeführt werden soll. Viele Betroffene profitieren auch in dieser Lage von einer Therapie. Sie leben länger und besser. Die Ärzte sprechen von einer palliativen Tumortherapie. Sie ist nicht zu verwechseln mit einer ausschließlich auf die Linderung von Beschwerden ausgerichteten Behandlung, wie sie nahe dem Lebensende als Palliativmedizin bezeichnet wird. Gelegentlich führt die gleichlautende Bezeichnung bei Patienten und Angehörigen zur Verwirrung.

          Schreitet ein Tumorleiden fort, steht zu fürchten, dass die Behandlung mehr belastet als nutzt. Doch ist dies oft nur schwer vorherzusagen. Die Entscheidung über Dauer und Intensität der Behandlung, wenn die Heilung ausgeschlossen ist, gehört zu den großen Herausforderungen der Krebsmedizin. Gleiches gilt, wenn bei diesen Patienten im Verlauf lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, etwa Infektionen der Atemwege, die vorübergehend maschinelle Atemunterstützung auf einer Intensivstation notwendig machen. Verspricht die Prognose noch eine längere Lebenszeit, ist die Entscheidung oft nicht schwer. Doch meist kann die Lebenserwartung nicht sicher abgeschätzt werden. Ein unüberlegter Einsatz der Mittel bei allen Patienten ist keinesfalls gerechtfertigt. Dann würde die Medizin ein Fegefeuer und für viele Betroffenen nahe dem Lebensende zur Qual.

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