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Großstudie in Afrika : Malaria-Impfstoff macht Fortschritte

Ein Anopheles-Weibchen saugt Blut durch ihren Stechrüssel. Bild: picture-alliance / dpa

Der am weitesten entwickelte Malaria-Impfstoff RTS,S wird an mehr als 15.000 Kindern in Afrika gestestet. Erste Resultate stimmen die Forscher optimistisch.

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          Der am weitesten entwickelte Malaria-Impfstoff RTS,S scheint offenbar auch in der letzten klinischen Studienphase die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Knapp ein Jahr nach dem Start des bislang größten Impfstoffversuchs an Kindern weltweit, geht der belgische Hersteller der Vakzine, Glaxo-Smith-Kline Biologicals (GSK), von einer Verringerung der Infektionsrate nach der Impfung um knapp die Hälfte aus. Insgesamt sind bis Anfang dieses Jahres 15 460 Kinder in sieben Ländern Schwarzafrikas mit drei Dosen des Mittels geimpft worden. In der ersten Gruppe der fünf bis siebzehn Monate alten Kinder, für die nun die ersten umfassenden Ergebnisse vorliegen, habe man nach der Impfung einen Rückgang klinischer Malariafälle um rund fünfzig Prozent ermittelt, teilte der Malaria-Experte von GSK, Lode Schuermann, mit. An Nebenwirkungen habe man die bei Massenimpfstoffen üblichen lokalen Effekte festgestellt, insbesondere Hautrötungen, jedoch keine schwerwiegenden Folgen. Wie der Impfstoff bei sechs bis zwölf Wochen alten Säuglingen wirkt, soll im kommenden Jahr bekanntgemacht werden. Nach den Ergebnissen der klinischen Phase II erwartet Schuermann ähnliche Resultate, sie sollen 2012 veröffentlicht werden. RTS,S wird seit mehr als zwanzig Jahren entwickelt und besteht im Kern aus einem Fusionsprotein, das von dem Malaria-Erreger Plasmodium falciparum stammt, sowie einem Protein der Hepatitis-B-Vakzine. Der Impfstoff soll verhindern, dass die Parasiten in die Leberzellen eindringen und sich dort vermehren. Nach Abschluss der Zulassungsstudien Ende 2014 sei frühestens 2015 damit zu rechnen, dass der Malaria-Impfstoff als Teil der offiziellen Impfkampagnen in Afrika allen Kindern zugute kommen soll.

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