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Down-Syndrom und Alzheimer : Die Schwachen schützen

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Eine Sportgruppe für Menschen mit Behinderungen trainiert zusammen in Mission, Amerika (Archivbild). Bild: AP

Menschen mit Down-Syndrom erkranken schneller an Alzheimer. Eine Studie zeigt, wie dieser fatalen Verbindung entgegen getreten werden kann.

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          Für Menschen mit Down-Syndrom ist die Alzheimer-Demenz eine der Haupttodesursachen. Nach einer vorläufigen englischen Studie, deren Aussagekraft bisher durch eine geringe Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden siebzig Prozent der Todesfälle beim Down-Syndrom durch diese Demenz verursacht. Das Risiko zu sterben steigt demnach mit dem Gedächtnisverlust um das Fünffache.

          Dass Down-Syndrom und Alzheimer-Demenz so eng miteinander gekoppelt sind, liegt daran, dass das Protein in den mutmaßlich krankmachenden Alzheimer-Plaques über ein Gen auf Chromosom 21 gebildet wird. Da Menschen mit Down-Syndrom drei statt zwei Kopien des Chromosoms 21 besitzen, verfügen sie von Anfang an über eine größere Menge dieses Proteins.

          Das Vergessen beginnt beim Down-Syndrom im Durchschnitt mit 55 Jahren, mit 65 Jahren sind 90 Prozent der Männer und Frauen mit dieser Chromosomenstörung dement. Rosalyn Hithersay vom King’s College in London und ihre Kollegen zeigen auch, was das Demenz- und Sterberisiko beim Down-Syndrom beeinflusst. Schützend wirkt sich offensichtlich eine gute allgemeine Gesundheit aus. Hithersay und ihre Kollegen fordern daher eine sorgfältige medizinische Betreuung der Betroffenen. Ungünstig ist auch eine spät einsetzende Epilepsie. Genetische Faktoren wirken sich ähnlich aus wie bei Menschen ohne Down-Syndrom.

          Lebenserwartung hat zugenommen

          Eine Schutzfunktion hat das sogenannte ApoE2-Allel, demenzfördernd ist dagegen das ApoE4-Allel. Mit dem letztgenannten Gen erhöht sich das Sterberisiko beim Down-Syndrom um das Siebenfache. Die in „Jama Neurology“ erschienene Untersuchung stützt sich auf eine vergleichsweise kleine Datenbasis. An der Studie nahmen 221 Männer und Frauen über 35 Jahre mit Down-Syndrom teil. Ein knappes Drittel litt unter Demenz. 27 Studienteilnehmer starben während der mehrjährigen Studienphase, 19 von ihnen an Demenz.

          Die Berechnung der Sterberisiken bezieht sich auf diese kleine Gruppe. Trotzdem werden die Ergebnisse von Michael Rafii von der Keck School of Medicine in San Diego und Stephanie L. Santoro von der Harvard Medical School in einem Kommentar als wichtig eingestuft, weil sie deutlich machen, wie wenig über die Bedeutung der Alzheimer-Demenz für die Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom bekannt ist. Diese Personengruppe ist wegen der eingeschränkten Zustimmungsfähigkeit auch fast nie an klinischen Studien beteiligt. Man weiß auch wenig darüber, wie sich die Demenz bei Menschen mit Down-Syndrom ankündigt und entwickelt. In der Studie zeigte sich nur, dass die Erkrankung bei denjenigen am ehesten diagnostiziert wird, die noch im familiären Umfeld leben und nicht in einer Betreuungseinrichtung.

          Die Studie unterstreicht zudem, wie wichtig eine gute Gesundheitsvorsorge für Menschen mit Down-Syndrom ist. Ihre Lebenserwartung hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Vor fünfzig Jahren wurde kaum ein Kind mit dieser Chromosomenstörung älter als zehn Jahre. Viele Betroffene starben damals schon im ersten Lebensjahr an einem angeborenen Herzfehler. Heute liegt die Lebenserwartung bei durchschnittlich 63,5 Jahren. Die Studie ist ein Plädoyer dafür, dass mit allen medizinischen und alltäglichen Mitteln dafür zu sorgen ist, die Gesundheit der Betroffenen zu fördern.

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