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Geschlechter-Genatlas : 6500 Unterschiede zwischen Mann und Frau

Symbole für das männliche und weibliche Geschlecht: Sind sich beide doch unterschiedlicher als gedacht? Bild: dpa

Auf den ersten Blick haben Mann und Frau viel gemein, auch von den Genen her. Dennoch sind rund ein Drittel der Gene unterschiedlich aktiv – was am Ende auch unsere Evolution des Menschen beeinflusst.

          Auch wenn Mann und Frau über eine nahezu identische Ausstattung mit Genen verfügen und von den Geschlechtsorganen abgesehen eine überschaubare Zahl an äußerlichen Unterschieden aufweisen – sobald man genauer hinsieht auf die Erbanlagen, findet man gewaltige Unterschiede: Mindestens 6500 von knapp 20.000 untersuchten Erbanlagen sind entweder in dem einen oder dem anderen Geschlecht stärker aktiviert. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Genomforschern des Weizmann-Instituts, die sich die Genaktivierung diverser Organe und Gewebe bei nahezu 550 Erwachsenen angesehen haben.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          So sind Gene, die in der Haut aktiv werden und die Körperbehaarung fördern, beim Mann viel stärker aktiv, dagegen sind Fettspeicheranlagen bei Frauen gefragter. Je weniger ein Gen in dem einen oder anderen aktiviert wird, desto geringer ist der Selektionsdruck. Das bedeutet, dass sich schädliche Mutationen in diesen Genen anhäufen, wie die Forscher in „BMC Biology“  berichten.

          Eine Mutation, die nur für eine Hälfte der Population schädlich ist, kann sich in der Bevölkerung ausbreiten. So ist zu erklären, warum ausgerechnet Mutationen sich anhäufen, die für Unfruchtbarkeit sorgen. Rund 15 Prozent der Paare bekommen wegen Gendefekten keine Kinder. Mutationen in Genen, die die Bildung von Spermien beeinträchtigen, können quasi im Erbgut der Frauen an die nächste Generation übertragen werden. So kommt es, dass Mutationen, die eigentlich das Überleben der Art beeinträchtigen, erhalten bleiben.

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