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Wissenschaft der Serienwelt : „Game of Thrones“ und das Risiko der Kopfverletzungen

Angesichts der Häufigkeit von Todesfällen infolge von Kopfverletzungen in der Serie „Game of Thrones“ ist von dem Kampf ohne Helm strengstens abzuraten. Bild: AP

In der Serie „Game of Thrones“ wird viel gestorben – selten jedoch wird die Todesursache ärztlich untersucht. Zwei Mediziner haben diese Auswertung nun nachgeholt und für die Zukunft nützliche Empfehlungen ausgesprochen. Eine Glosse.

          Wir Menschen sind nicht besonders gut darin, zu warten. Insbesondere nicht, wenn es um Überraschungen geht. Vorweihnachtlich aufgeregte Kinder, die jeden Morgen zum Adventskalender stürzen, demonstrieren das alle Jahre wieder. Mit zunehmendem Alter nimmt die Ungeduld vor dem Weihnachtsfest zwar ab, in anderen Kontexten kommt sie aber umso stärker zum Vorschein. Beim Warten auf neue Teile von Serien zum Beispiel. Da wird dann über das Kommende ähnlich wild spekuliert wie dereinst über die zu erwartenden Weihnachtsgeschenke.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die amerikanische Fantasy-Fernsehserie „Game of Thrones“ ist momentan ein beliebtes Ziel solcher Spekulationen. Im kommenden Jahr soll die finale Staffel erscheinen, die enthüllt, wie die Machtspielchen zwischen sieben Königreichen in der fiktiven, an das europäische Mittelalter erinnernden Welt ausgehen werden. Wem die Unsicherheit bis dahin zu anstrengend ist, der kann sich die Zeit mit wissenschaftlichen Prognosen vertreiben.

          So haben zwei australische Mediziner ausgewertet, wie die Charaktere der für ihre zahlreichen gewaltsamen Todesfälle bekannten Serie im Einzelnen dahinscheiden. Wie sie im Springer-Journal „Injury Epidemiology“ berichten, kamen in den bisherigen sieben Staffeln mehr als die Hälfte der Protagonisten ums Leben, größtenteils verletzungsbedingt und vielfach in Folge von Kopf- und Nackenwunden. Alle 186 Todesfälle konnten in der (privat finanzierten) Studie im Rahmen der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD) einer eindeutigen Diagnose zugeführt werden. Das höchste Risiko eines frühen Todes trugen dabei rangniedere Männer, die nie zur feindlichen Seite übergelaufen waren und eine wichtige Rolle in der Serie spielten. Gewalt ist aber nicht das einzige Problem der Serienwelt.

          Auch die Aussicht auf einen besonders harten und langen Winter bereitet den Protagonisten Kopfzerbrechen. Britische Wissenschaftler haben das Klima der Fantasy-Welt im vergangenen Jahr modelliert und einen möglichen Weg aus der Eiszeit gefunden. Die massive Emission von Kohlendioxid und Methan durch Drachen und den Einsatz von Seefeuer – einer hochentzündlichen Flüssigkeit – könnte eine Klimaerwärmung wie auf der Erde verursachen, so prognostizieren zumindest die Klimamodelle.

          Es gibt wissenschaftlich also einigen Spielraum für die Konstruktion der finalen Staffel. Auch die australischen Mediziner enden konstruktiv und schließen ihren Artikel mit einer langen Liste möglicher Maßnahmen, die zu einer Abnahme der gewaltbedingten Todesraten führen würden: stabile Regierungen, Initiativen für das Gemeinwohl, bessere Gewaltprävention. Ob die Wünsche von den Drehbuchschreibern erfüllt werden, lässt sich wissenschaftlich aber leider nicht vorhersagen. Da hilft nur warten.

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