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Forschung : Verwandter Erreger schützt vor West-Nil-Virus

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Forscher haben Mäuse mithilfe der ähnlich strukturierten Kunjin-Erreger gegen das potentiell tödliche West-Nil-Virus immunisiert. Die Erreger eigenen sich vielleicht auch als Impfstoff für Menschen.

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          Im Kampf gegen das potentiell tödliche West-Nil-Virus haben Forscher in Australien einen möglichen Impfstoff entdeckt. Das Team um Roy Hall an der Universität von Queensland injizierte Mäusen DNA der harmloseren Kunjin-Viren, die einen ähnlichen genetischen Aufbau wie West-Nil-Viren aufweisen. Die Tiere entwickelten daraufhin auch Antikörper gegen den gefährlichen Erreger der West-Nil-Krankheit, wie die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe von „Proceedings of the National Academy of Science“ berichten.

          Als die Forscher den Mäusen daraufhin eine normalerweise tödliche Dosis West-Nil-Viren verabreichten, blieben die zuvor mit Kunjin-Erregern behandelten Tiere immun. Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus kann Enzephalitis oder Meningitis-Entzündungen des Gehirns beziehungsweise der Hirnhaut hervorrufen. Die ersten Symptome der Krankheit - Fieber und Kopfschmerzen - treten meist fünf bis 15 Tage nach dem infizierenden Mückenstich auf. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Lähmungen.

          Krankheit bricht selten aus

          Die Krankheit ist vor allem für Kinder und ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem tödlich. Bei den meisten Infizierten bricht sie jedoch nicht aus. Das West-Nil-Virus, das zuerst in Uganda festgestellt wurde, hat sich mittlerweile bis nach Nordamerika ausgebreitet. In den USA wurden allein in diesem Jahr bislang 200 Fälle bekannt; fünf Patienten starben.

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