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Medizinischer Erfolg : Erste Transplantation von zwei Händen bei einem Kind

  • Aktualisiert am

Zion Harvey trainiert nach der Operation seine Hände. Bild: dpa

Ein zehnjähriger Amerikaner kann anderthalb Jahre nach der Operation mit seinen neuen Händen schreiben, selbständig essen und sich anziehen.

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          Die erste Transplantation von zwei Händen bei einem Kind ist aus Sicht der behandelnden amerikanischen Ärzte ein Erfolg. 18 Monate nach der Transplantation sei der zehnjährige Zion Harvey mittlerweile in der Lage, mit seinen zwei neuen Händen zu schreiben, selbständig zu essen und sich anzuziehen, schildern die behandelnden Ärzte in einem Bericht, der am Dienstag im Fachblatt „The Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlicht wurde.

          „18 Monate nach der Operation ist das Kind unabhängiger und in der Lage, alltägliche Tätigkeiten zu absolvieren“, beschreibt die Ärztin Sandra Amaral vom Kinderkrankenhaus in Philadelphia den Zustand des Patienten vor einem halben Jahr. Zions Fähigkeiten mit den Spender-Händen verbesserten sich im Zuge der „täglichen Therapie zur Steigerung seiner Handfunktion“. Der Zehnjährige erhalte zudem psychosoziale Unterstützung, um mit der einschneidenden Veränderung seines Lebens durch die Transplantation umzugehen.

          Zions Hände und Füße waren ihm im Alter von zwei Jahren infolge einer schweren Infektion amputiert worden. Außerdem musste er sich einer Nierentransplantation unterziehen. Dass er deshalb bereits Medikamente zur Unterdrückung von Immunreaktionen erhielt, war ein wesentlicher Faktor dafür, dass er für die Handtransplantation ausgewählt wurde. Sie erfolgte im Juli2015 mit den Händen eines verstorbenen Kindes.

          Behandlung mit hohem Risiko

          Die sogenannten Immun-Suppressiva müssen eingenommen werden, um die Abstoßung eines Transplantats zu verhindern. Die Medikamente können aber ernsthafte Nebenwirkungen wie Infektionen und die Entwicklung von Diabetes und Krebs haben.

          Bei Zion gab es seinen Ärzten zufolge acht Abstoßungsreaktionen gegen seine neuen Hände, darunter ernsthafte Reaktionen im vierten und siebten Monat nach der OP. Sie hätten aber behandelt werden können, ohne die Funktion der Hände zu beeinträchtigen. Anderthalb Jahre nach dem Eingriff habe der Junge weiter vier Medikamente zur Immunsuppression und ein Steroid eingenommen.

          Zion profitiere von der Handtransplantation, der Eingriff sei für ihn und seine Familie aber auch „sehr anspruchsvoll“ gewesen, bilanzierte Amaral.

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