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Erkrankung mit hohem Risiko : So groß ist die Gefahr von Gallensteinen

  • -Aktualisiert am

Gallensteine: Abb. aus dem Buch „Mit den Augen des Chirurgen: Art of Surgery" von Thomas W. Kraus und Davorin Wagner; erschienen im Verlag Edition Braus. Bild: Thomas Kraus und Davorin Wagner

Gallensteine gelten in der Bevölkerung als harmloses Übel – dabei können sie dramatische Komplikationen hervorrufen und starke Koliken verursachen. Ärzte raten bisweilen nicht nur die Steine, sondern auch die Gallenblase zu entfernen.

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          Seit Mitte Februar hat Niklaus Stauss keine Gallenblase mehr. Vor zehn Jahren waren bei dem 82-jährigen Züricher Gallensteine festgestellt worden. „Ich hatte immer mal wieder Bauchschmerzen, aber dann habe ich eine Tablette genommen, und die Schmerzen gingen weg“, sagt Stauss. Zwei Tage vor Weihnachten erlitt er eine ungewöhnlich heftige Schmerzattacke und landete im Krankenhaus: Ein Gallenstein klemmte im Gallengang fest. Die Ärzte entfernten ihn endoskopisch, also über einen Schlauch, der durch den Mund in den Zwölffingerdarm geführt wird. Sie wollten den Patienten gleich dabehalten, um in einem zweiten Schritt auch die Gallenblase zu entfernen. „Ich war mir unsicher, ob ich das auch noch machen lassen soll. Die Schmerzen waren ja weg“, sagt Stauss. Die Entscheidung verschob er.

          Er sprach mit mehreren Ärzten in seinem Bekanntenkreis, alle rieten ihm zur Operation. „In der Medizin ist das Konsens: Wer einmal eine Gallenkolik hatte, ist ,at risk‘“, sagt Henrik Petrowsky, stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsspitals Zürich. „At risk“ heißt, dass die Beschwerden wieder auftauchen können und Komplikationen drohen. „Gallensteine sind eine gutartige Erkrankung, aber man kann auch daran sterben“, macht Petrowsky deutlich.

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