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Brustkrebs-Therapien : Werkzeugmacher der Krebsmedizin

  • -Aktualisiert am

MRT-Aufnahme einer Brust mit dichtem Drüsengewebe, in der ein in der Mammographie oft unsichtbarer Tumor (blau eingefärbt) besser sichtbar gemacht werden kann. Bild: SPL

Jeder dritten Mammakarzinom-Patientin wird unnötigerweise zur Brustentfernung geraten. Eine Anleitung für Ärzte soll nun sicherstellen, dass Frauen die richtige Therapie bekommen. Ob sie nützt, bezweifeln Experten.

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          Die Therapie von Brustkrebs hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark spezialisiert, dass sich die Lebensqualität der Betroffenen nach einer oft schwierigen Behandlung entscheidend verbessert hat. Hierzu trägt maßgeblich eine medikamentöse Therapie vor der Operation bei. Diese neoadjuvante Behandlung lässt den Tumor oft so stark schrumpfen, dass der Arzt nur den Krebs zu entfernen braucht und die Brust erhalten kann. Studien lassen jedoch vermuten, dass nicht jeder Frau die eingreifende Brustentfernung – Mastektomie – erspart bleibt.

          Eine der aktuellsten ist eine Untersuchung am Dana-Farber Cancer Institute in Boston. In der Studie mit 634 Brustkrebspatientinnen aus Europa und den Vereinigten Staaten sollten primär drei verschiedene neoadjuvante Therapie-Regime verglichen werden. Die Behandlung ermöglichte jeder zweiten Frau, der sonst die komplette Brust hätte entfernt werden müssen, eine brusterhaltende Operation. Doch jeder dritten von diesen Frauen nahmen die Ärzte trotzdem die ganze Brust ab, obwohl das eigentlich nicht notwendig gewesen wäre .

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