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Ebola-Therapie : Forscher plädieren für Transfusionen

  • -Aktualisiert am

Ebola-Krankenhaus in Yopougon, Elfenbeinküste Bild: AFP

Immer mehr Wissenschaftler fordern, Ebola-Infizierten das Blutplasma von genesenen Patienten zu übertragen - eine schon vor Jahrzehnten während der ersten Ausbrüche erprobte Behandlung. Aber können Antikörper von Überlebenden wirklich helfen?

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          Unter der Überschrift „Ebola – aus der Vergangenheit lernen“ macht sich David Heymann von der London School of Medicine in „Nature“ für die passive Immuntherapie stark (Bd.514, S.299). Heymann erforscht seit über vierzig Jahren Ebola und hat lange Zeit in führender Position für die WHO gearbeitet. Bei der passiven Immuntherapie erhalten Ebola-Patienten das Blut eines Überlebenden. Es ist der Versuch, den Schwerkranken in der Akutsituation mit passenden Antikörpern auszuhelfen. Die Wirkung verblasst, sobald die verabreichten Antikörper wieder aus dem Blut verschwunden sind. Man versucht damit, Zeit zu gewinnen.

          Heymann favorisiert diesen Ansatz, weil es in den Ebola-Gebieten genügend Überlebende gäbe, denen man Blut abnehmen könnte, wenn die entsprechenden Infrastrukturen vorhanden wären. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Blutspende von Überlebenden vor wenigen Wochen ausdrücklich zur Therapieoption erklärt. Unterstützung kommt auch von einer Gruppe internationaler Wissenschaftler um Jean-Pierre Allain von der Universität Cambridge in der Fachzeitschrift „Lancet“ (Bd.384, S.1347).

          Helfen die Transfusionen wirklich?

          Die Weltgesundheitsorganisation lotet derzeit die Möglichkeiten für die Behandlung mit Blutspenden in den Krisengebieten aus. Dabei ist nicht wirklich klar, ob die passive Immuntherapie tatsächlich gegen Ebola hilft. Überall dort, wo Infizierte in der Vergangenheit mit einer Blutspende behandelt worden sind und überlebt haben, könnte dieses Ergebnis auch der besseren medizinischen Versorgung zuzuschreiben sein. Einige Wissenschaftler bezweifeln auch, dass das Ebola-Virus durch die Blutspende im Körper dezimiert wird. Trotzdem gibt es in den Krisengebieten inzwischen einen Schwarzmarkt für das Blut von Überlebenden. Die amerikanische Krankenschwester aus Dallas, deren Ansteckung unlängst bekannt geworden ist, hat ebenfalls eine Blutspende bekommen.

          Die Kranken erhalten kein Vollblut, sondern eine Plasmaspende. Dazu wird das Blut noch während der Spende in einen Teil mit und einen ohne Blutkörperchen getrennt. Die Blutkörperchen werden dem Spender zurückgegeben. Der Kranke bekommt den zellfreien Anteil mit den Antikörpern, das sogenannte Plasma. Der Vorteil dieser Plasmapherese besteht darin, dass der Spender schon nach wenigen Tagen wieder Blut spenden kann und nicht sechs Wochen warten muss. Auch das experimentelle Ebola-Medikament ZMapp dient der passiven Immunisierung. ZMapp ist ein Cocktail aus drei in Tabakpflanzen hergestellten Antikörpern, der bisher noch nicht in einer klinischen Studie getestet worden ist. Mit ZMapp würde ein Patient also kein ganzes Potpourri an Antikörpern bekommen, wie bei einer Plasmaspende, sondern nur drei spezifische.

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